Michael Brunn
Editor-in-Chief

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Angesichts wachsender Umweltprobleme und knapper werdender Ressourcen steht die Verpackungswirtschaft unter Druck, nachhaltiger zu werden. Der Einsatz ökonomischer Instrumente zur Reduktion des Verpackungsverbrauchs sowie zur Förderung des Kunststoffrecyclings und des Rezyklateinsatzes rückt dabei verstärkt in den Fokus. Die im Auftrag des Umweltbundesamtes von Öko-Institut, Cyclos, GVM und RWI durchgeführte Studie „Untersuchung ökonomischer Instrumente zur Verringerung des Verpackungsverbrauchs sowie zur Stärkung des Kunststoffrecyclings und des Rezyklateinsatzes" analysiert sieben ausgewählte Maßnahmen auf ihre Lenkungswirkung und Umsetzbarkeit. Im Zentrum steht die Frage, wie sich ökologische Ziele effektiv mit wirtschaftlichen Anreizen verknüpfen lassen.

Zwar haben Mehrschichtverpackungen eine ganze Reihe von Vorteilen, sie stellen das Recycling aber vor zum Teil unlösbare Aufgaben. In einem Beitrag in „Academia Environmental Sciences & Sustainability" haben indonesische Wissenschaftler*innen den aktuellen Stand untersucht.

Plastikverschmutzung ist eines der drängendsten globalen Umweltprobleme. Seit den 1950er-Jahren hat sich die weltweite Kunststoffproduktion auf mehrere hundert Millionen Tonnen pro Jahr gesteigert und könnte sich bis 2060 fast verdreifachen. Kunststoffe sind wegen ihrer geringen Kosten, Haltbarkeit und Vielseitigkeit allgegenwärtig, zersetzen sich aber nur sehr langsam. Dadurch steigt die Belastung von Land- und Meeresökosystemen stetig. Etwa 89 Prozent der produzierten Kunststoffe werden weder recycelt noch wiederverwendet und landen häufig unkontrolliert in der Umwelt, verschärft durch schwer recycelbare Verbundmaterialien und mangelhafte Abfallinfrastruktur in vielen Regionen. Die Lösung erfordert nachhaltige Strategien für ein wirksames Kunststoffabfallmanagement mit dem Ziel einer zirkulären Wirtschaft. Dies setzt technologische Innovationen, wirtschaftliche Anreize, klare gesetzliche Vorgaben und einen Wandel im Konsumverhalten voraus. Der Beitrag „Plastic waste management strategies: planning through sustainable lens and way forward towards circular economy" von Wissenschaftler*innen aus Indien und Australien analysiert bestehende und neue Ansätze zur Kunststoffabfallverwertung aus einer Nachhaltigkeitsperspektive. Der Artikel ist in „Discover Sustainability" erschienen.
Die Transformation zur Klimaneutralität ist ebenso notwendig wie teuer. Laut der Studie „Investitionsstarre gefährdet Transformation und Wettbewerbsfähigkeit - Finanzierungslösungen für die klimaneutrale Transformation von Unternehmen", die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag von Epico Klimainnovation und Bellona Deutschland durchgeführt hat, ist das Geld für Investitionen da. Es muss nur mobilisiert werden.

Die Studie "Ansätze und Perspektiven für den Übergang zur Kreislaufwirtschaft in der Europäischen Union" behandelt die Frage, welche Faktoren für die Effizienz des Übergangs innerhalb der EU besonders relevant sind. Öffentliche Maßnahmen zur Beschleunigung der Transformation stammen aus dieser Studie. Die von rumänischen Wissenschaftlern erstellte Studie wurde erstmals in der Zeitschrift "Frontiers in Environmental Science" veröffentlicht.

Wie alle anderen Branchen möchte auch die europäische Containerboard-Industrie bis 2050 klimaneutral sein. Die Interessengruppe Containerboard Europa hat eine Roadmap zur "Dekarbonisierung der europäischen Containerboard-Industrie" vorgestellt, wie dies erreicht werden kann. Das Bemerkenswerte ist, dass die Kosten für die Dekarbonisierung niedriger sind, als man vielleicht denkt.

An vielen Stellen bekommt man den Eindruck, dass Bemühungen um Klima- und Umweltschutz eher zurückgenommen als verstärkt werden. Klar ist auf jeden Fall, dass Technologie für diese Bereiche eine echte Erfolgsgeschichte ist. Das Umweltbundesamt zeigt im „Green Tech made in Germany 2025 - Umwelttechnik-Atlas für Deutschland", wie erfolgreich die Branche ist.

Die Kreislaufwirtschaft gilt als Schlüsselelement globaler Nachhaltigkeitsstrategien, auch in Südostasien. Eine kürzlich von der GIZ in Zusammenarbeit mit ASEAN durchgeführte und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanzierte Studie untersucht, wie Mikro-, Klein- und Mittel- und KMU-Unternehmen (KMU) in den zehn ASEAN-Mitgliedstaaten am Übergang zur Kreislaufwirtschaft teilnehmen - oder eben nicht.

Die Wirtschaft steht in vielen Teilen vor grundlegenden Transformationen. Digitalisierung und Nachhaltigkeit werden dabei eine wesentliche Rolle spielen. Wie die Ergebnisse einer Unternehmensbefragung durch das Umweltbundesamt zeigen, ist die Bedeutung dieser Themen weitgehend in den Unternehmen angekommen. Der Bericht „Digitalisierung und Nachhaltigkeit in der unternehmerischen Praxis" macht aber auch deutlich, dass es bei der praktischen Umsetzung noch gewaltig hapert.

Die GVM und das Ifeu-Institut haben im Auftrag der AGVU den „Verpackungsmonitor 2025" erstellt. Laut Bericht fielen 2023 in Deutschland 17,9 Millionen Tonnen Verpackungen an. Das entspricht einem Rückgang von 1,1 Tonnen (5,9 Prozent) zum Vorjahr. Der Rückgang sei vor allem bei Holz, PPK, Kunststoff und sonstigem Stahl zu beobachten. Zuletzt habe es einen derart starken Rückgang während der Finanzkrise 2009 gegeben. Zudem ist zum zweiten Mal hintereinander ein Rückgang beim Verpackungsaufkommen zu verzeichnen.