Michael Brunn
Chefredakteur

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Die Medizinbranche ist ein schnelllebiger Sektor mit einer großen Nachfrage, der einfache und komplexe Geräte herstellt. Die Art des verwendeten Materials und das Design des Produkts sind dabei auf die Effektivität während der Nutzung und weniger auf Recyclingfähigkeit und Nachhaltigkeit ausgerichtet. Forschende aus Australien haben in dem Bericht „Circular economy of the materials in the healthcare industry: Opportunities and challenges" untersucht, wie eine Kreislaufwirtschaft in der Medizintechnik umgesetzt werden könnte. Der Beitrag ist in „Resources, Conservation & Recycling" erschienen.

Das 8. Umweltaktionsprogramm (UAP) ist der rechtlich vereinbarte, übergreifende Aktionsrahmen der EU für die Umweltpolitik bis 2030. Das Programm enthält das langfristig vorrangige Ziel, bis spätestens 2050 innerhalb der planetaren Grenzen zu leben. Die Fortschritte bei der Verwirklichung der Ziele sollen jedes Jahr geprüft werden. Die Europäische Umweltagentur (EEA) hat nun den zweiten Monitoring-Bericht vorgelegt.

Die Europäische Kommission plant für das kommende Jahr ein Kreislaufwirtschaftsgesetz. Bislang sind die geplanten Inhalte relativ unklar. Aus Sicht des Europäischen Umweltbüros (EEB) muss diese Chance genutzt werden, um endlich eine Transformation zu einer echten Kreislaufwirtschaft zu erreichen. Wie dies erreicht werden könnte, hat das EEB in dem Bericht „Vorbeugen ist besser als heilen: Wie die Kreislaufwirtschaft Europa einen Vorsprung verschaffen kann" untersucht.

Damit Deutschland bis 2045 treibhausgasneutral werden kann, werden alternative, klimaneutrale Kohlenstoffquellen benötigt. Hier spielt neben der stofflichen Nutzung von Biomasse sowie chemischem und mechanischem Recycling Carbon Capture Utilisation (CCU) eine Rolle. Dabei wird CO₂ aus industriellen Prozessen oder der Atmosphäre als Material in der chemischen Industrie oder für die Erzeugung synthetischer Kraftstoffe genutzt. Leopoldina, Acatech und die Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften haben in dem Bericht „CO₂ als Rohstoff" untersucht, wie das aussehen könnte.

Kunststoffe sind aus dem täglichen Leben schon lange nicht mehr wegzudenken. Allerdings stellt die Verschmutzung durch Kunststoffabfälle auch ein globales Problem dar, das erhebliche Herausforderungen für Umwelt, Wirtschaft und öffentliche Gesundheit mit sich bringt. Zwar werde die Kunststoffverschmutzung als kritisches globales Umweltproblem anerkannt, umfassende Analysen von Kunststoffen entlang der Wertschöpfungskette würden allerdings fehlen. Forschende aus China haben daher eine globale Materialflussanalyse von Kunststoffen auf Basis des Jahres 2022 durchgeführt. Die Studie wurde in „Communications Earth & Environment" veröffentlicht.

Die Rohstoffversorgung gewinnt immer mehr an Bedeutung. Dabei geht es oft um Rohstoffe, die in Deutschland gar nicht vorhanden sind. Aber wie sieht es mit den Materialien aus, die wir selbst haben? Das RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung hat im Auftrag des Bundesverbands Baustoffe - Steine und Erden in der Studie „Rohstoffnachfrage 2045: Ressourcen sichern, Zukunft bauen" untersucht, wie es in Zukunft um Steine und Erden bestellt ist.

Mit der Festlegung eines Emissionsminderungsziels von 65 Prozent bis 2030 gegenüber 1990 ist Deutschland bei der Klimaneutralität von der Zielsetzungs- in die Umsetzungsphase eingetreten. Diese würde allerdings neue Herausforderungen mit sich bringen. Dazu hat der Bericht von Agora Think Tanks, Prognos, Öko-Institut, Wuppertal Institut und der Universität Kassel, „Klimaneutrales Deutschland. Von der Zielsetzung zur Umsetzung - Vertiefung der Szenariopfade", den Weg zur Klimaneutralität untersucht.

Wie stehen die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen in Deutschland zum Umwelt- und Klimaschutz? Das sollte die Sinus-Studie „Einstellungen der deutschen Bevölkerung zu Umwelt- und Klimaschutz sowie zur politischen Teilhabe" herausfinden. Durchgeführt wurde die Studie im Auftrag von Heimatwurzeln, einem gemeinnützigen Verein, der sich nach eigenen Angaben für bürgerlichen Klimaschutz einsetzt und die Akzeptanz für Klimaschutzmaßnahmen in der Mitte der Gesellschaft fördern will. Nach den Ergebnissen der Studie gibt es dabei noch viel zu tun.

Textilien stehen auch bei der Europäischen Kommission ganz oben auf der Liste, wenn es um Kreislaufwirtschaft geht. Der BDE unterstützt das und hat ein eigenes „Positionspapier für den Aufbau einer textilen Kreislaufwirtschaft in Europa" vorgelegt.

Wie wirkt sich die EU-Finanzierung auf die Kapazitäten und den Fortschritt beim Aufbau effizienter Abfallmanagementsysteme aus? Diese Frage wird im Bericht "Abfallmanagement und die Kreislaufwirtschaft in Mittel- und Osteuropa" von Galovic savjetovanje, Bankwatch Network, Zelena Akcija und Za Zemiata mit Unterstützung von Methane Matters und Zero Waste Europe behandelt. Wie der Titel andeutet, konzentriert sich der Bericht auf die osteuropäischen Mitgliedstaaten