Michael Brunn
Chefredakteur

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Klimaschutz wird vor allem in der Politik immer noch ein bisschen belächelt und als nicht so wichtig abgetan. Das zeigt auch der aktuelle Bundestagswahlkampf, in dem fast alle Parteien das Thema komplett ignorieren. Das könnte ein fataler Irrtum sein. Die „Nationale interdisziplinäre Klimarisiko-Einschätzung" des Konsortiums „Nationale Interdisziplinäre Klimarisiko-Einschätzung" (Metis-Institut, Adelphi, Bundesnachrichtendienst und Potsdam-Institut für Klimafolgenabschätzung) macht deutlich, dass künftige Extremwetterereignisse nur ein Teil des Problems sind. Der Bericht wurde im Rahmen der Nationalen Sicherheitsstrategie durch die Bundesregierung beauftragt.

Verpackungen sind für etwa 40 Prozent des Kunststoffverbrauchs verantwortlich. Gleichzeitig verursachen sie ein erhebliches Abfallaufkommen. Bisher wird allerdings weniger als die Hälfte davon recycelt. Die EU verlangt aber bis 2025 eine Quote von 50 Prozent, 2030 sollen es sogar 55 Prozent sein. Daher sind weitere Fortschritte beim Recycling erforderlich. Der Bericht „The factors influencing the recycling of plastic and composite packaging waste" hat untersucht, welche Faktoren das Recycling von Kunststoff- und Verbundverpackungen maßgeblich beeinflussen. Der von Wissenschaftler*innen aus Litauen verfasste Bericht wurde in „Sustainability" veröffentlicht.

Gerade die reichen Demokratien haben wirksame Strategien für den Übergang zu einem dekarbonisierten Energiesystem oder einer Kreislaufwirtschaft entwickelt. Allerdings müssen selbst Vorreiterstaaten Ziele und Maßnahmen besser aufeinander abstimmen. Laut dem Bericht „Wie weit sind die wirtschaftlich stärksten Demokratien bei der Verwirklichung wirksamer politischer Transformationsstrategien für eine klimaneutrale und ressourceneffiziente Wirtschaft?" der Bertelsmann-Stiftung stehen zudem alle untersuchten OECD- und EU-Staaten erst am Anfang der Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft.

Aus einer Reihe von Gründen hat die EU zumindest in Teilen ihre Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Mit dieser Meinung ist die Europäische Kommission nicht alleine. Im vergangenen Jahr hatte der Draghi-Bericht einen ähnlichen Ton. Auf diesen Bericht beruft sich die Kommission unter anderem. Mit dem neuen Wettbewerbskompass soll nun alles wieder besser werden.

Die Kommission betont die Bedeutung der industriellen Basis für die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Allerdings stehe die EU vor einer Reihe von Herausforderungen, denen gleichzeitig begegnet werden müsse. Dies seien die Klimakrise und ihre Folgen, die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit und die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit. Daher sei ein transformativer Wirtschaftsplan erforderlich. Der Clean Industrial Deal soll Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit in einer übergreifenden Wachstums-strategie zusammenbringen.

Drei Jahre nach dem ersten Positionspapier und passend zu den anstehenden Koalitionsverhandlungen haben BDE, bvse, GKV, Plastics Europe Deutschland und VDMA Kunststoff- und Gummimaschinen ein aktualisiertes Positionspapier „Kunststoffe für Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz" veröffentlicht.
Die gesetzlich erlaubte, angepasste Jahresemissionsgesamtmenge von 693,4 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten (Mio. t CO₂-Äq.) wird 2024 recht deutlich unterschritten. Die UBA-Projektionsdaten 2025 zeigen zudem, dass das Ziel, die THG-Emissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu mindern, mit den schon implementierten klimapolitischen Instrumenten weiter in greifbarer Nähe ist - vorausgesetzt, dass diese weiterhin konsequent umgesetzt werden. Bis 2030 würden die Treibhausgasemissionen um 63 Prozent gemindert. Im Zeitraum 2021 bis 2030 werde die sektorübergreifende Jahresemissionsgesamtmenge sogar mit 81 Mio. t CO₂-Äq. übererfüllt werden. Das gelingt aber nur, weil durch die fortschreitende Energiewende die Emissionen in der Energieerzeugung überproportional sinken und so die Zielverfehlungen der Sektoren Verkehr und Gebäude nach Klimaschutzgesetz (KSG) ausgleichen.

In der Vergangenheit wurden getrennt gesammelte Kunststoffverpackungen, die nicht recyclingfähig sind, weil sie zu stark verschmutzt, zu klein, aus unterschiedlichen chemischen Stoffen oder Beschichtungen bestehen, aussortiert und anschließend nur mehr als Ersatzbrennstoff eingesetzt. Mit Upcycle hat die ARA ein Verfahren entwickelt, um diese Sortierreste als wertvolle Sekundärrohstoffe im Kreislauf zu führen. Umgesetzt wird der Prozess von der SRP Rohstoff Produktion. Der Großteil, der bei Upcycle verarbeiteten Kunststoffreste kommt von TriPlast: Die Kunststoffsortieranlage der ARA und ihrer Partner Bernegger und Der Grüne Punkt ging im Juni im oberösterreichischen Ennshafen in Betrieb und erreicht eine in Österreich einzigartige Sortiertiefe von 80 Prozent. Aus den restlichen 20 Prozent der Kunststoffverpackungen, die nicht verarbeitet werden können, gewinnt Upcycle bis zu 50 Prozent der Wertstoffe zurück, mit dem Ergebnis hochwertiger Polyolefin-Rezyklate in einer Reinheit von zumindest 90 Prozent. Diese werden im Anschluss von der Industrie als Sekundärrohstoff mechanisch oder chemisch weiterverarbeitet.

Mit der zweiten Reißanlage von Andritz erweitert Buitex seine Recyclingkapazitäten und kann dank der modernen Technologie zur Fremdkörperentfernung eine hohe Faserreinheit gewährleisten. Die Zyklontechnologie der neuesten Generation verbessert die Störstoffsortierung und erhöht die Gesamteffizienz. Die Anlage kann bis zu 2,5 Tonnen Fasern pro Stunde verarbeiten. Die recycelten Fasern werden zur Herstellung von Bettwaren sowie Dämmstoffen für den Bausektor und die Automobilindustrie verwendet.

Zum 24. Mal hat Composites Germany aktuelle Kennzahlen zum Markt für faserverstärkte Kunststoffe erhoben. Befragt wurden alle Mitgliedsunternehmen der Trägerverbände von Composites Germany: AVK und Composites United sowie des assoziierten Partners VDMA.