Michael Brunn
Chefredakteur

Chefredakteur


Über 437 Millionen Lithium-Ionen-Akkus und Batterien werden jedes Jahr nach Deutschland importiert. Tendenz exponentiell steigend! In allen Lebensbereichen sorgen sie für mehr Unabhängigkeit und immer mehr Energiereserven, zum Beispiel in Werkzeugen und Haushaltsartikeln. Vielen Verbrauchern sind jedoch die damit verbundenen Gefahren und auch die besonderen Anforderungen an die Entsorgung nach dem Gebrauch nicht bewusst.

The Royal Mint hatte die Idee, die E-Schrott-Verarbeitung in Großbritannien grundlegend zu verändern. Einige Monate später entwickelte sich diese Vision - in Zusammenarbeit mit Untha und anderen technischen Partnern - zur branchenweit ersten Anlage dieser Art. Das Verfahren, das unter anderem drei Untha-Schredder beinhaltet, soll dazu beitragen, das bisher vernachlässigte Potenzial von Elektroschrott nutzbar zu machen, wirtschaftliches Wachstum voranzutreiben und gleichzeitig Ressourcen zu schonen.

In Frauenfeld setzt Veolia auf Künstliche Intelligenz zur Verbesserung der Inputqualität sowie einen zusätzlichen Extruder zur Produktion von lebensmitteltauglichem rPET. In Norrköping wird durch eine Hallenerweiterung und einen neuen Extruder der Output an hochwertigem Granulat erhöht. Mit diesen Investitionen erwartet das Unternehmen eine Steigerung seiner Produktion von lebensmitteltauglichem rPET um etwa 30 %.

Das von Pruvia entwickelte und patentierte Verfahren wandelt nicht recycelbare Mischkunststoffabfälle mittels eines kontinuierlichen Pyrolyse-Prozesses in zirkuläres, nicht fossiles Naphtha um. Dieser aus Abfall wiedergewonnene Rohstoff kann in der petrochemischen Industrie zur Herstellung von neuen Kunststoffen verwendet werden.

Die Tagung brachte Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft, Industrie und Naturschutz zusammen, um Wege zu diskutieren, wie die mineralische Kreislaufwirtschaft im Bauwesen vorangetrieben werden kann. Die Teilnehmenden beleuchteten innovative Ansätze, Potenziale und aktuelle Herausforderungen und waren sich einig: Eine ambitionierte Kreislaufwirtschaft im Bereich Recycling sowie den verstärkten Einsatz von Sekundärrohstoffen ist essenziell, um Rohstoffe nachhaltiger zu nutzen, Ressourcenverbrauch zu senken und Klimaziele zu erreichen.

Die Monopile-Abdeckungen der niederländischen Firma Circular Covers sollen die Monopile-Fundamente des Windparks Thor bis zur Installation der Turbinen im nächsten Jahr vor den rauen Bedingungen auf See schützen.

Das chemische Recycling gilt in manchen Kreisen als Wunderwaffe für die Behandlung von Kunststoffabfällen. Peter Quicker von der RWTH Aachen und Mathias Seitz von der Hochschule Merseburg haben im Auftrag des Umweltbundesamts untersucht, welche Potenziale das thermo-chemische Kunststoffrecycling als Teil des chemischen Recyclings tatsächlich hat.

Die EU sieht sich einer Reihe von Herausforderungen gegenüber, die ihr gegenwärtiges und künftiges Wohlergehen bedrohen. Dazu gehören die Abhängigkeit von der Einfuhr von Rohstoffen und fossilen Brennstoffen, Preisschwankungen, der Klimawandel, Umweltschäden und die Gefahr der Deindustrialisierung. Um den sozialen Zusammenhalt, den Wohlstand, die Widerstandsfähigkeit und die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu erhalten und ihre Wirtschaft widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen, muss die EU das Abfallaufkommen und die Importabhängigkeit verringern. Zudem muss die sichere Versorgung mit Materialien und Produkten verbessert werden, die für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft in allen Wirtschaftssektoren unerlässlich sind. Die Kreislaufwirtschaft könnte zusammen mit einer verbesserten Energieeffizienz und der Abkehr von fossilen Brennstoffen synergetische und nachhaltige Lösungen für diese Herausforderungen bieten. Die University of Cambridge, das Wuppertal Institut, die Taskforce for Climate Neutral and Circular Materials and Products, die Corporate Leaders Group Europe (CLG Europe) und die We mean business coalition haben sich in der Studie „No time to waste: Driving the EU's resilience and competitiveness through a circular economy" damit auseinandergesetzt.

Ende Januar veranstaltete das Handelsblatt sein Circular-Economy-Forum unter dem Motto „Bye linear, hi circular". Auch wenn der Grundtenor positiv und optimistisch war, wurde dennoch deutlich: Es gibt noch viele Baustellen.

Globale Bemühungen, fossile Brennstoffe auszulaufen und die Emissionen im Einklang mit dem Pariser Abkommen zu reduzieren, bleiben nicht ausreichend. Während die erste globale Bestandsaufnahme auf der UN-Klimakonferenz in Dubai (COP28) offiziell eine Ausfassung von Kohle, Öl und Gas bis 2023 forderte, sind die Energie- und Klimapolitiken der meisten Länder noch nicht mit diesem Ziel übereinstimmt. Es gibt jedoch technische Lösungen, die diese Bemühungen beschleunigen können. Das Potsdamer Institut für Klimaauswirkungsforschung und KfW Research haben einen Bericht zur COP29-Konferenz veröffentlicht, der diese Chancen hervorhebt - und darauf hinweist, dass es vor allem um Geld geht.