Michael Brunn
Editor-in-Chief

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Die Modeindustrie will zirkulärer werden. Wie der Bericht „Sorting for Circularity Europe - an evaluation and commercial assessment of textile waste across Europe" von Circle Economy, EigenDraads und Fashion for Good zeigt, hängt viel von der richtigen Sortierung des Materials ab.

Nicht erst seit dem EU-Aktionsplan zur Kreislaufwirtschaft ist klar, dass Sekundärrohstoffe eine wesentliche Rolle in der Kreislaufwirtschaft spielen. Sie stellen nicht nur hochwertige Materialien zur Verfügung, sondern generieren auch erhebliche Umsätze. Für verschiedene Stoffströme gibt es Märkte. Diese unterscheiden sich jedoch zum Teil deutlich voneinander. Und während sich einige Märkte bereits seit geraumer Zeit etabliert haben, werden andere durch verschiedenste Hemmnisse in ihrer Entwicklung behindert - und das trotz zum Teil strenger Regelungen auf europäischer und nationaler Ebene. Die Europäische Umweltagentur hat die Märkte für acht Sekundärrohstoffe analysiert und macht Vorschläge, wie die Marktentwicklung verbessert werden kann.

Mit ihrer Ecodesign für nachhaltige Produkte verordnung möchte die Europäische Kommission Produkte nachhaltiger gestalten.

Der Ressourcenverbrauch ist in Nordirland hoch. Davon wird nicht viel recycelt.

Auch Unternehmen haben eine Rolle im Kampf gegen den Klimawandel zu spielen. Immer mehr Unternehmen streben 'Klimaneutralität' oder 'Netto-Null-Emissionen' an.

Die kommende Dekade werde entscheidend dafür sein, um den globalen Temperaturanstieg zu begrenzen und die notwendigen Schritte Richtung Netto-Null-Emissionen zu unternehmen, erklärt die Europäische Kommission. In den kommenden Jahren mussten die wirtschaftlichen Weichen dafür gestellt werden. Es wurden neue Märkte entstehen, neue Technologien entwickelt und das Energiesystem sich verändern. Wer dabei zuerst und schnell investiert, werde sich einen guten Platz in dieser neuen Wirtschaft sichern. Damit die EU dabei gut abschneidet, hat die Kommission einen „Industrieplan für den Grünen Deal" vorgelegt.

Das Thema Rohstoffsicherung hat in der EU und in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Insbesondere bei vielen Metallen ist die Exportabhängigkeit hoch - und damit auch die Gefahr von Störungen der Lieferketten. Die Vbw-Studie „Rohstoffsituation der bayerischen Wirtschaft" von IW Consult hat 48 Rohstoffe in einem Rohstoff-Risiko- Index bewertet und gibt Handlungsempfehlungen zur Risikominimierung.

Nachdem die Papierrecycler 2022 schon eine Achterbahnfahrt erlebt hatten, sind die Aussichten für 2023 unklar. Gute Exportmöglichkeiten stehen einem eher schwachen Inlandsgeschäft gegenüber. Der Ukrainekrieg und die wirtschaftliche Gesamtlage bleiben Unsicherheitsfaktoren. Zudem stellt die novellierte Abfallverbringungsverordnung zumindest die europäischen Händler vor neue Herausforderungen.

Die Kreislaufwirtschaft ist eine einschneidende Veränderung - nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für alle anderen Bereiche. Dafür muss es aber klare Regeln geben, die heute noch weitgehend fehlen. DIN, DKE und VDI haben in Zusammenarbeit mit mehr als 500 Expert*innen die „Deutsche Normungsroadmap Circular Economy" vorgelegt. Der Beitrag gibt einen kleinen Einblick in die ambitionierten Pläne.

Mitte Januar hat Circle Economy den „Circularity Gap Report 2023" vorgestellt. Die schlechte Message: Die Zirkularitätsquote ist auf 7,2 Prozent gesunken. Die gute Nachricht: Nach Ansicht der Autor*innen der Studie gibt es zahlreiche Ansatzpunkte, die nach wie vor zu deutlichen Verbesserungen fuhren können.