Michael Brunn
Chefredakteur

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Europa steht vor ökologischen und sozialen Krisen, die das lineare Wirtschaftsmodell an seine Grenzen treiben. Das Konzept der Kreislaufwirtschaft bietet jedoch Lösungen: Es reduziert Emissionen und Ressourcenverbrauch, stärkt die Resilienz und schafft soziale Chancen. Städte spielen dabei eine Schlüsselrolle, da sie Ressourcenflüsse bündeln und entscheidende Hebel durch öffentliche Beschaffung und Infrastruktur kontrollieren. Um ihr Potenzial auszuschöpfen, benötigen Städte klare Rahmenbedingungen und politische Unterstützung. Der Artikel "Policy Brief on Accelerating the Circular Economy for a Prosperous and Competitive Europe" stellt die Prioritäten der Circular Cities Frontrunner Group vor und leitet Empfehlungen sowohl für Politik als auch für die Praxis ab.

Das UBA weist darauf hin, dass der Klimawandel deutlich schneller voranschreitet, als es bisher wissenschaftlich erwartet wurde. Dies mache ein entschlossenes und ambitioniertes Handeln umso dringlicher. Dabei gehe es nicht mehr nur um deutliche Treibhausgasminderungen. „Vielmehr muss es darum gehen in den Zielkorridor hin zur Treibhausgasneutralität einzuschwenken", so das UBA.

Für die Transformation zur Klimaneutralität ist eine gesamtwirtschaftliche Stabilität erforderlich. Die Studie „Materieller Wohlstand und Klimaschutz" des Umweltbundesamts hat sechs aktuelle Trends untersucht, die sich auf die materiellen Grundlagen des Wohlstands und die gesamtwirtschaftliche Stabilität auswirken. Dabei bergen alle Trends sowohl Risiken als auch Chancen für das Gelingen der Transformation.

Wie leicht können Verbraucher*innen in Europa tatsächlich nachhaltige Produkte erkennen und kaufen? Eine aktuelle Untersuchung von BEUC und EEB zeigt: Während in Skandinavien Umweltzeichen längst Standard sind, bleiben sie in anderen Regionen noch Mangelware. Dabei tragen Ecolabels entscheidend dazu bei, Kreislaufwirtschaft und nachhaltigen Konsum in der Breite zu verankern. In dem Bericht „Searching for Ecolabels" zeigen EEB, BEUC und EU Ecolabel, welche Handlungsmöglichkeiten der Handel und die Politik haben, um ökologische Produktkennzeichnung als Hebel für die Transformation zu nutzen.

Damit Verbraucher*innen einen Beitrag zur Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft beitragen können, brauchen sie die richtigen Informationen. Nur so können sie nachhaltige Kaufentscheidungen treffen. ConPolicy hat im Auftrag des Umweltbundesamtes in dem Bericht „Digitale Verbraucherinformationen zu nachhaltigem Konsum, Produktwahl und Kreislaufwirtschaft im Onlinehandel" untersucht, ob und in welcher Form diese Informationen vorhanden sind.

Was kann eine Kreislaufwirtschaft zur Nachhaltigkeitstransformation beitragen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Bericht „Zirkuläres Wirtschaften als Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in unsicheren Zeiten - ein Diskussionsbeitrag aus dem UBA". Das Umweltbundesamt schlägt 15 zentrale Hebel vor.

Laut StartUs Insights gewinnt die Kreislaufwirtschaft an Fahrt, da immer mehr Unternehmen nach einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen suchen. Im „Circular Economy Trend Report" hat das Unternehmen die zehn wichtigsten Trends der Kreislaufwirtschaft untersucht und stellt zu jedem Trend zwei Start-ups vor..

Der Bericht „CGR The Value Gap: Sweden" von Circle Economy zeigt, dass die schwedische Volkswirtschaft aufgrund linearer Produktions- und Konsummuster jährlich rund 600 Milliarden SEK an potenziellem ökonomischem Wert verliert. Diese Wertlücke entsteht vor allem durch das vorzeitige Lebensende von Produkten, ineffiziente Nutzung, Material- und Energieverluste sowie Überkonsumation.

Die Reduktion von Treibhausgasemissionen ist ein zentrales Ziel internationaler Klimapolitik. Die Kreislaufwirtschaft verspricht hierbei einen wichtigen Beitrag, da sie Ressourcenschonung und Klimaschutz verbindet. Doch nicht alle Praktiken wirken gleich: Während präventive Ansätze wie Produktdesign Emissionen senken können, führen andere Maßnahmen teils zu unerwarteten Effekten. In dem Bericht „Unpacking Circular Economy Practices and Carbon Emissions Relationships: Co-benefits and Legitimacy Perspectives" wird von Wissenschaftler*innen aus Italien, Frankreich und den USA untersucht, welche Strategien tatsächlich wirksam sind und wie theoretische Perspektiven helfen, ihre Wirkung besser zu verstehen. Der Bericht wurde in „Business Strategy and the Environment" veröffentlicht.

Mit der Ersatzbaustoffverordnung wurde 2023 erstmals ein bundeseinheitlicher Rechtsrahmen für den Einsatz mineralischer Ersatzbaustoffe geschaffen. Die Erwartungen an eine Stärkung der Kreislaufwirtschaft im Bausektor waren entsprechend hoch. Ein vom Umweltbundesamt beauftragtes und vom Ifeu-Institut, u.e.c. Berlin Umwelt- und Energie-Consult und Team Ewen durchgeführte wissenschaftliches Monitoring untersucht, ob diese Ziele bislang erreicht wurden und wo Hemmnisse bestehen.