Michael Brunn
Chefredakteur

Chefredakteur


Wie die Studie „Including Incineration in the EU-ETS: Potential Impact on Landfilling" von Dr. Dominik Hogg im Auftrag von Zero Waste Europe zeigt, ist die Sorge vor einer Rückkehr zur Deponierung durch die Einbeziehung der Müllverbrennung in den Emissionshandel weitgehend unbegründet. Vielmehr be-stimmen bestehende regulatorische Beschränkungen, steigende Deponieabgaben und strukturelle Marktbedingungen die tatsächlichen Stoffstromverschiebungen. Der CO₂-Preis wirkt dabei als zusätzli-cher, aber nicht dominanter Steuerungsmechanismus.

Der Bedarf an hochwertigen Rezyklaten steigt schneller als das Angebot. Sortierung, Recycling und Ver-arbeitung werden zu strategischen Engpassfaktoren. Laut der Studie „Waste recycling in Germany: The investment opportunity in the German recycling industry" von KPMG eröffnen sich für Investoren und Industrie zugleich neue Chancen.

Das Kunststoffrecycling bleibt ein Problemfall in der Kreislaufwirtschaft. Nach Auffassung von Forschen-den der Hochschule Pforzheim muss das aber nicht zwangsläufig so bleiben. In der Studie „Abfallwirt-schaft 2.0 - Kunststoffkreislaufwirtschaft der Zukunft - Herausforderungen und Lösungsansätze" haben sie analysiert, was man besser machen sollte. Die Studie ist Teil des Forschungsprojekts präziSort.

Dass Stahl einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leistet, ist bekannt. Aber wie sieht der volkswirtschaftliche Beitrag der Branche aus? Diese Frage hat das RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in der Studie „Volkswirtschaftliche Bedeutung der Stahlschrottrecyc-lingwirtschaft" im Auftrag der BDSV untersucht.

Die europäische Abfallpolitik steht an einem Wendepunkt. Trotz umfangreicher Regu-lierung und steigender Recyclingquoten verbleiben erhebliche Mengen an Restabfall, die deponiert oder verbrannt werden und damit sowohl Klima- als auch Ressourcen-ziele beeinträchtigen. Der Bericht „Marginalising waste: A trade scheme to reduce residuals", den Dr. Dominic Hogg für Reloop und Zero Waste Europe erstellt hat, un-tersucht die Konzeption eines EU-weiten Cap-and-Trade-Systems für kommunalen Restabfall als innovatives Steuerungsinstrument.

Der „Circularity Gap Report 2026 - The Value Gap" von Circle Economy betont, dass die globale Ressour-cenproduktivität seit einem Jahrzehnt nicht mehr zunimmt. Es wird immer mehr Material verbraucht, ohne dass echte Effizienzgewinne erzielt werden. Der aktuelle Circularity Gap Report legt den Fokus da-her nicht mehr auf den Einsatz von Sekundärrohstoffen. Vielmehr untersucht er das Ausmaß des ver-meidbaren Wertverlusts durch lineare und ineffiziente wirtschaftliche Praktiken.

Die Richtlinie für Einwegkunststoffe (SUP-Richtlinie) sieht vor, dass die Mitgliedstaaten regelmäßig über ihre Aktivitäten berichten müssen. Nun hat die Europäische Kommission die ersten Zahlen für das Jahr 2022 veröffentlicht.

Die dualen Systeme starten mit Partnern die bundesweite Aktion „Deutschland trennt". Ziel ist es, die richtige Mülltrennung zu verbessern und das Verpackungsrecycling zu stärken.

Die Einführung von DIWASS und die neue EU-Abfallverbringungsverordnung sorgen in der Recyclingbranche für erhebliche Unsicherheit. Unternehmen warnen vor Exportstopps, Wettbewerbsnachteilen und fehlenden Übergangslösungen.

Die Tagung steht unter dem Leitthema „Kunststoffrecycling 2026: Märkte im Wandel - Zukunft gestalten mit der PPWR". Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen der europäischen Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR), die Entwicklung der Rezyklatmärkte sowie technologische und strategische Ansätze zur Weiterentwicklung der Kunststoffkreislaufwirtschaft. Vertreterinnen und Vertreter aus Recyclingwirtschaft, Industrie, Handel, Wissenschaft und Politik diskutieren aktuelle Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze.