Michael Brunn
Chefredakteur

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Elektroschrott gilt als der am schnellsten wachsende Abfallstrom weltweit. Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in Planung, Bau und Betrieb von WEEE-Recyclinganlagen verfügt weeeSwiss über umfassende Marktkenntnisse entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zentrale Einflussfaktoren sind regulatorische Vorgaben, volatile Rohstoffpreise, steigende Sicherheitsanforderungen und die zunehmende Digitalisierung von Anlagen und Prozessen.
Die Quoten sollen jedoch ausschließlich mit Post-Consumer-Rezyklaten erfüllt werden. So verschärft sich eine zentrale Herausforderung: Die Versorgungslücke bei qualitätsgesicherten Rezyklaten für technische Anwendungen, welche nicht aus den haushaltsnahen Abfallströmen gewonnen werden können, wird durch den Ausschluss von Post-Industrial-Rezyklaten (PIR) weiter vergrößert.
Brände sind für die Recyclingbranche längst zu einem zentralen Risiko geworden, betonte Hündgen. Auch in seinem Swisttaler Unternehmen waren allein im Jahr 2025 zwei größere Feuer ausgebrochen - ausgelöst durch falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus im Leichtverpackungsstrom.

Dabei sollen die konsensfähigen Maßnahmen im Vordergrund stehen, die bereits im Planspiel 2.0 zur ErsatzbaustoffV des Umweltbundesamts (UBA) im Sommer 2025 gemeinsam erarbeitet wurden und als „low-hanging fruits" in den UBA-Zwischenbericht vom 7. November 2025 zur Evaluierung und Weiterentwicklung der Regelungen der ErsatzbaustoffV eingeflossen sind.

Die Maßnahme gehört zu einem umfangreichen Sicherungskonzept, das federführend von der HIM AG betreut wird. Im Zuge der Sanierung wird der ehemalige Ablagerungsbereich vollständig eingekapselt. Mit der jetzt erfolgten Profilierung wird ein dauerhaftes Gefälle auf der Deponieoberfläche geschaffen, so dass Oberflächenwasser gezielt abgeleitet werden kann.

Borealis ist Partner des Projekts ELECTRO, einer von der EU geförderten Initiative, die Europa auf dem Weg zu einem klimaneutralen, kreislauffähigen Kunststoffsystem unterstützt. Das Projekt bringt Universitäten, Forschungsinstitute und Industrieakteure zusammen, um elektrifizierte Recyclingtechnologien zu entwickeln, die minderwertige Abfälle in hochwertige Rohstoffe verwandeln.

Europa befindet sich mitten in einer tiefgreifenden Transformation, die durch den gesetzlich verankerten Weg zur Klimaneutralität geprägt ist. Der aktuelle Bericht „Trends and Projections in Europe 2025" der Europäischen Umweltagentur (EEA) zeigt deutliche Fortschritte, aber auch kritische Lücken auf, die ein schnelles Umsteuern erfordern.

Die ökologische Dreifachkrise aus Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Umweltverschmutzung entwickelt sich zu einer globalen Systemkrise. Der OECD-Bericht „Environmental Outlook on the Triple Planetary Crisis" zeigt, dass diese Entwicklungen eng miteinander verflochten sind und von gemeinsamen Treibern wie wachsendem Ressourcenverbrauch, Landnutzungsänderungen und fossilen Energiesystemen verstärkt werden. Unter aktuellen Politiken verschärfen sich alle drei Problembereiche weiter, während politische Antworten häufig isoliert bleiben.

Trotz verschärfter EU-Vorgaben kommt die Bewirtschaftung von Siedlungsabfällen in vielen Mitgliedstaaten nur langsam voran. Fehlende Investitionen, unzureichende getrennte Sammlung und schwache Recyclingmärkte verhindern höhere Recyclingquoten. Gleichzeitig greifen Kontroll- und Durchsetzungsmechanismen der EU oft zu spät. Der Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofs zeigt, dass eine funktionierende Kreislaufwirtschaft nur durch bessere Planung, stabile Märkte und konsequente Umsetzung erreichbar ist.

Laut Plastics Recyclers Europe hat sich die Wettbewerbsfähigkeitskrise, in der sich die europäischen Kunststoffrecycler befinden, 2024 weiter verschärft. Im Bericht „Plastics Recycling Industry Figures 2024" werden anhaltend hohe Rohstoffpreise, steigende Produktions- und Stromkosten sowie unregulierte billige Importe als die wesentlichen Gründe für die Krise genannt. Der Druck habe zu geringeren Kapazitätsauslastungen und geringeren Margen geführt.