Michael Brunn
Editor-in-Chief
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Die Kreislaufwirtschaft gilt als Schlüssel für Ressourcenschutz, Klimaneutralität und eine sichere Roh-stoffversorgung der Industrie. Doch ein zentrales Problem bleibt bislang ungelöst: Für viele Metallströme fehlen belastbare Daten über Mengen, Qualitäten und tatsächliche Recyclingpfade. Die Analyse „Data requirements for a successful circular economy" des Umweltbundesamts und der Deutschen Rohstoffa-gentur zeigt, dass entlang der gesamten Wertschöpfungskette erhebliche Informationslücken bestehen.

Der Global Environment Outlook 7 der Vereinten Nationen beschreibt die Umweltkrisen unse-rer Zeit mit ungewohnter Klarheit und weist der Kreislaufwirtschaft dabei eine Schlüsselrolle zu. Abfall, Materialien und Stoffströme erscheinen nicht länger als Randthemen der Umwelt-politik, sondern als zentrale Stellschrauben für Klima-, Ressourcen- und Biodiversitätsschutz. Der Beitrag ordnet die Kernaussagen des Berichts ein und zeigt, warum leistungsfähige Material- und Abfallsysteme zur strategischen Infrastruktur einer nachhaltigen Wirtschaft werden.

CCU und CCS gelten vor allem in schwer dekarbonisierbaren Branchen als wesentliche Instrumente zum Erreichen der Klimaziele. Allerdings ist der Aufwand für die Installation entsprechender Systeme hoch, ebenso der Energieverbrauch. Der Thinktank Industrielle Ressourcenstrategien hat in der Studie „CCU-Technologien: Status quo und Zukunftsperspektiven" untersucht, ob dezentrale und weniger energieintensive CCU-Verfahren eingesetzt werden können. Dabei liegt der Fokus weniger auf dem unmittelbaren Klimabeitrag, sondern vielmehr auf der Entwicklung wettbewerbsfähiger Technologien.

Für das dritte Quartal hat die Europäische Kommission ein Gesetz zur Kreislaufwirtschaft angekündigt. Nun hat auch die Ellen MacArthur Foundation dazu Stellung genommen. Im Bericht „The EU Circular Economy Act-Key policy levers für Europe's Industrial Strategy" hat die Organisation ihre Vorstellungen für das Gesetz skizziert.

Viele Rohstoffe stehen und liegen im wahrsten Sinne vor unserer Tür. Genutzt wer-den sie aus einer Reihe von Gründen trotzdem nicht. Das soll sich nun ändern. Das Um-weltbundesamt hat mit der Entwicklung einer nationalen Urban-Mining-Strategie begonnen.

Wie die Studie „Including Incineration in the EU-ETS: Potential Impact on Landfilling" von Dr. Dominik Hogg im Auftrag von Zero Waste Europe zeigt, ist die Sorge vor einer Rückkehr zur Deponierung durch die Einbeziehung der Müllverbrennung in den Emissionshandel weitgehend unbegründet. Vielmehr be-stimmen bestehende regulatorische Beschränkungen, steigende Deponieabgaben und strukturelle Marktbedingungen die tatsächlichen Stoffstromverschiebungen. Der CO₂-Preis wirkt dabei als zusätzli-cher, aber nicht dominanter Steuerungsmechanismus.

Der Bedarf an hochwertigen Rezyklaten steigt schneller als das Angebot. Sortierung, Recycling und Ver-arbeitung werden zu strategischen Engpassfaktoren. Laut der Studie „Waste recycling in Germany: The investment opportunity in the German recycling industry" von KPMG eröffnen sich für Investoren und Industrie zugleich neue Chancen.

Das Kunststoffrecycling bleibt ein Problemfall in der Kreislaufwirtschaft. Nach Auffassung von Forschen-den der Hochschule Pforzheim muss das aber nicht zwangsläufig so bleiben. In der Studie „Abfallwirt-schaft 2.0 - Kunststoffkreislaufwirtschaft der Zukunft - Herausforderungen und Lösungsansätze" haben sie analysiert, was man besser machen sollte. Die Studie ist Teil des Forschungsprojekts präziSort.

Dass Stahl einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leistet, ist bekannt. Aber wie sieht der volkswirtschaftliche Beitrag der Branche aus? Diese Frage hat das RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in der Studie „Volkswirtschaftliche Bedeutung der Stahlschrottrecyc-lingwirtschaft" im Auftrag der BDSV untersucht.

Die europäische Abfallpolitik steht an einem Wendepunkt. Trotz umfangreicher Regu-lierung und steigender Recyclingquoten verbleiben erhebliche Mengen an Restabfall, die deponiert oder verbrannt werden und damit sowohl Klima- als auch Ressourcen-ziele beeinträchtigen. Der Bericht „Marginalising waste: A trade scheme to reduce residuals", den Dr. Dominic Hogg für Reloop und Zero Waste Europe erstellt hat, un-tersucht die Konzeption eines EU-weiten Cap-and-Trade-Systems für kommunalen Restabfall als innovatives Steuerungsinstrument.