Michael Brunn
Chefredakteur

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Die Produktion von Informations- und Kommunikationstechnologien erzeugt hohe Treibhausgasemissionen, während die Nutzungsdauer vieler Geräte immer kürzer wird. Die von Fraunhofer Umsicht durchgeführte Studie "Treibhausgaseinsparungen durch die Wiederverwendung ausgewählter IKT-Geräte" verwendet eine Lebenszyklusanalyse, um zu untersuchen, inwieweit die Wiederverwendung und Aufrüstung von Smartphones, Tablets, Laptops und Desktop-PCs zur Reduzierung dieser Emissionen beitragen kann.

Die zunehmenden Mengen an abfallenden elektrischen und elektronischen Geräten stellen weltweit erhebliche Herausforderungen für politische Entscheidungsträger, Unternehmen und Abfallmanagementsysteme dar. Eine effektive Kreislaufwirtschaft erfordert, dass sowohl formale als auch informelle Materialflüsse transparent erfasst und quantifiziert werden. Anhand der Niederlande als Beispiel analysiert die Studie "Improving WEEE monitoring: insights from the Netherlands" von niederländischen Wissenschaftlern, wie ein nahezu geschlossenes Überwachungssystem für WEEE eingerichtet werden kann, welche Datenlücken noch bestehen und welche Maßnahmen geeignet sind, um die Aufzeichnung informeller Flüsse in Zukunft zu verbessern. Die Studie wurde in der Zeitschrift "Resources, Conservation & Recycling" veröffentlicht.

Japan gilt als Pionier im Bereich Recycling mit hoher technischer Kompetenz und ausgeprägter Effizienz. Aber wie entwickelt sich das Modell der Kreislaufwirtschaft dort über das konventionelle Recycling hinaus? Die Studie "Circular business models in Japan: Analysis of circular business transformation through an institutional approach", durchgeführt von Forschern aus den Niederlanden und Japan, zeigt, dass die Transformation weniger disruptiv und vielmehr kooperativ ist. Die Studie wurde in der Zeitschrift "Sustainable Production and Consumption" veröffentlicht.

Globale Lieferketten schwächeln, die Rohstoffpreise schwanken stark und die regulatorischen Anforderungen werden immer strenger. Unter diesen Bedingungen werden lineare Geschäftsmodelle, die auf konstantem Ressourcenverbrauch und kurzen Produktzyklen basieren, zunehmend zu einem wirtschaftlichen Risiko. Der von Circle Economy veröffentlichte Bericht "Mitigating linear risks" zeigt, dass zirkuläre Strategien längst nicht mehr nur ein Nachhaltigkeitsthema sind, sondern zu einem wichtigen Instrument des Risikomanagements werden.

Flexible Kunststoffverpackungen sind materialeffizient, funktional und marktwirtschaftsfördernd, aber auch technisch anspruchsvoll und wirtschaftlich schwer recycelbar. Mehr als die Hälfte aller Kunststoffverpackungen entfallen heute auf flexible Anwendungen, aber bisher waren geschlossene Materialkreisläufe die Ausnahme. Der Bericht "The challenges and solutions for flexible plastic packaging waste" der "Alliance to end plastic waste" zeigt, welche technologischen, infrastrukturellen und regulatorischen Anforderungen erfüllt werden müssen, damit Problemströme zu widerstandsfähigen Wertströmen werden.

Die Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe ist politisch festgelegt, technologisch fortschrittlich und gesellschaftlich akzeptiert, und dennoch bleibt ihr Erfolg begrenzt. Zwischen ehrgeizigen Zielen und der operativen Realität der Abfall- und Recyclingbranche besteht eine strukturelle Kluft. Der Artikel "Decoding the barriers for a circular plastics industry: An equation framework" eines schwedischen Wissenschaftlers zeigt, warum bekannte Barrieren noch nicht überwunden wurden, warum einzelne Maßnahmen zu nichts führen und welche systemischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Kunststoffkreisläufe tatsächlich funktionieren. Der Artikel wurde in der Fachzeitschrift "Nachhaltige Produktion und Konsum" veröffentlicht.

Digitalisierung, künstliche Intelligenz und der fortlaufende Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft verändern weltweit Geschäftsmodelle, Produktionsprozesse und Berufsprofile. Der Bericht "Future of Jobs" des Weltwirtschaftsforums zeigt, wie sehr sich der Arbeitsmarkt bis 2030 verändern wird.

Die Dekarbonisierung der Industrie ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Volkswirtschaften. Während energieintensive Primärindustrien stark unter Druck stehen, sich zu transformieren, zeigt der Bericht der British Metals Recycling Association "Recycling Today for a Greener Tomorrow: a Roadmap to Net Zero for the UK Metals Recycling Industry", dass der Metallrecyclingsektor des Landes ein strategischer Hebel für eine klimaneutrale Industriepolitik sein kann.

Recycling war schon lange mehr als nur Abfallrecycling. Mit immer strengeren regulatorischen Anforderungen, steigenden Recyclingquoten und dem Druck, zu dekarbonisieren, verändert sich die Rolle der Branche grundlegend. Was gebraucht wird, sind nicht nur effiziente Prozesse, sondern auch die Fähigkeit, funktionierende zirkuläre Ökosysteme aufzubauen und zu steuern. Die Studie "A dynamic capabilities framework for building circular ecosystems by focal firms" von spanischen und brasilianischen Forschern zeigt, welche strategischen Kompetenzen Unternehmen dafür benötigen und warum insbesondere Recyclingunternehmen eine Schlüsselrolle in diesem Prozess spielen können.

Ein EU-Bericht zeigt, dass mehrere Mitgliedstaaten bereits die SUP-Sammelziele für Getränkeflaschen erreichen, wobei Pfandsysteme zu hohen Sammelraten beitragen.