Michael Brunn
Editor-in-Chief

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Schüttflix bleibt auch weiterhin eine Logistik-Plattform für alle Parteien aus der Ver- und Entsorgung von Baustoffen. Gleichzeitig will Schüttflix durch strategische Lösungen in der Gruppe mit eigenen Wertstoffzentren für die Deklaration, Sortierung und Aufbereitung von mineralischen Abfällen sowie mit mehr als 8.000 Partnern in Deutschland, Österreich, Polen und Tschechien ein europaweit ganzheitliches Stoffstrommanagement im Bausektor ermöglichen.
Nach mehr als anderthalb Jahren EBV in der Praxis zeigt sich, dass die Verordnung aktuell keinen Motor für mehr Kreislaufwirtschaft im Straßen- und Erdbau darstellt, sondern den Einsatz von mineralischen Ersatzbaustoffen (MEB) ausbremst. Diese unzufriedenstellende Situation kann in der Praxis maßgeblich verbessert werden, indem man die EBV an wenigen zentralen Stellschrauben nachjustiert. Das nun anstehende Planspiel 2.0 im Rahmen der Evaluierung der Verordnung muss hierfür dringend genutzt werden.

Um die CO₂-Konzentration auf das angestrebte Niveau von 1988 - also auf 350 ppm („parts per million") - zu senken, gilt es schätzungsweise 400 Milliarden Tonnen Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu entfernen. Eine gewaltige Menge, die rund 1'500 Milliarden Tonnen CO₂ entspricht. Empa-Forschende haben berechnet, dass dieser überschüssige Kohlenstoff bis Mitte des nächsten Jahrhunderts in Baumaterialien wie Beton gespeichert werden könnte. „Diese Berechnungen basieren auf der Annahme, dass nach 2050 ausreichend erneuerbare Energie verfügbar ist, um CO₂ aus der Atmosphäre zu entfernen - ein sehr energieintensives Unterfangen. Diese Annahme ermöglicht es uns, mit verschiedenen Szenarien zu analysieren, wie realistisch und effizient das Konzept unserer «Mining the Atmosphere»-Initiative ist", sagt Pietro Lura, Leiter der Empa-Abteilung Beton und Asphalt. Die großangelegte Forschungsinitiative hat sich zum Ziel gesetzt, überschüssiges CO₂ nicht nur zu binden, sondern als wertvollen Rohstoff zu nutzen.

Die Kreislaufwirtschaft scheint endlich in den Fokus der Politik gerückt zu sein. „Sie bietet allen Parteien eine gemeinsame Plattform, um Umwelt- und Wirtschaftspolitik konkret zu gestalten, ohne Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gegeneinander auszuspielen", so Katharina Reuter (BNW) und Kilian Schwaiger (VDM). Die Akteure der Kreislaufwirtschaft, insbesondere Recyclingunternehmen, bilden „die Schlüsselbranche für die Rohstoffversorgung und Energiesicherheit Deutschlands und Europas." Jede Tonne aufbereitetes Material trägt dazu bei, die Abhängigkeit von Rohstoffimporten zu reduzieren. Mit Blick auf die Zukunft „muss die Politik die öffentliche Akzeptanz fördern, wirtschaftliche Mehrwerte für Recycler schaffen und eine aktive Handelspolitik auf den Recyclingrohstoffmärkten entwickeln."

Der Inhalt der Bewerbung soll anderen Unternehmen Mut geben. „Wirtschaft und Umwelt miteinander zusammenzuführen sind das Ziel, diese müssen ersichtlich und nachahmbar in Einklang miteinander gebracht werden", so der Standortleiter Jörg Witthöft. Das Prinzip von Cradle-to-Cradle (C2C) mit seinen Kriterien ist dabei ein wichtiger Ansatz. Der ZF Standort in Bielefeld nahm sich vor, durch Umstellungen in der Produktion C2C-Zertifizierungen für die gesamte Produktpalette zu erlangen. Innerhalb von 5 Jahren sind 100 % der Produkte bereits zertifiziert. So wurden Materialeinsparungen bei den aufgearbeiteten im Vergleich zu neuen Teilen von durchschnittlich 50-90 % sowie Energieeinsparungen bis zu 90 % erreicht.

Biogener Kohlenstoff ist in organischen Stoffen wie Pflanzen, Bäumen und Böden gespeichert und unterscheidet sich wesentlich von fossilem Kohlenstoff aus nicht erneuerbaren Ressourcen wie Kohle oder Öl. Dank seiner erneuerbaren Natur gilt er als wichtiger Bestandteil einer kohlenstoffneutralen Wirtschaft. Produkte mit einem hohen Anteil an biogenem Kohlenstoff tragen dazu bei, die Nutzung fossiler Brennstoffe zu reduzieren und den Übergang zu einer grüneren Zukunft zu beschleunigen.

Am neuen Recyclingplatz in Brandenburg werden mineralische Bau- und Abbruchabfälle stofflich verwertet und zu zertifizierten Recyclingprodukten aufgearbeitet. Aus Abbruch-Beton werden beispielsweise zertifizierte, rezyklierte Gesteinskörnungen des Typs 1 hergestellt, die als Zuschlagstoff wieder für Recycling (RC)-Beton verwendet werden. Der im Prozess ebenfalls anfallende Brechsand wird an Zementwerke geliefert, die ihn in ihren Produktionsprozess einfließen lassen. Zusätzlich wird ein zertifiziertes Korngemisch hergestellt, das zum Einbau in technischen Bauwerken entsprechend der Ersatzbaustoffverordnung eingesetzt werden kann.

„Das wirtschaftliche Umfeld ist zunehmend komplexer geworden. Angesichts geopolitischer Spannungen, abgeschnittener Vertriebswege und wachsendem bürokratischem Aufwand, sehen wir uns als Mittelstand vor enormen Herausforderungen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir mit Digitalisierung und Automatisierung einen Effizienzvorsprung erzielen. Unterstützung seitens der Politik durch mehr unternehmerische Freiheit anstatt weiterer Regulierung würde unserer Industrie zudem helfen", unterstrich Bernd Reifenhäuser, CEO der Reifenhäuser Gruppe, in seiner Begrüßungsrede.

Max Scheidacker, kommissarischer Vorsitzender des bvse-Landesverbands Bayern, hieß die Gäste herzlich willkommen, darunter Josef Hofer, den Bürgermeister von Filzmoos, Matthias Moosleitner, Präsident des Baustoff-Recycling Bayern, und Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse. In seiner Begrüßungsrede betonte Scheidacker die engagierte Arbeit des bvse-Teams und appellierte an die Teilnehmer, das Netzwerk des Verbandes aktiv zu nutzen und zu unterstützen.

Zwar spiegelt sich die allgemeine Wirtschaftsschwäche auch in der Branche wider - 70 % der befragten Unternehmen bewerten die aktuelle Lage als schlecht, was einen deutlichen Anstieg sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch dem Vorjahresvergleich bedeutet. Doch in der weiterhin schwierigen Situation zeigen sich erste positive Anzeichen für das neue Jahr.