Michael Brunn
Chefredakteur

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Knapp 380 Teilnehmer konnte der Schweizer Recyclingkongress 2026 verzeichnen, der Ende Januar von Swiss Recycle und SVKI veranstaltet wurde. Neben der Revision des Umwelt-schutzgesetzes (USG) und der Vorbereitung zur Wiederverwendung von Elektrogeräten stand auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Recyclingbranche im Fokus.

Steigende Abfallmengen, ambitionierte Recyclingquoten und wachsender Kostendruck stellen Kommunen und Entsorgungsunternehmen vor grundlegende Herausforderungen. Künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge eröffnen neue Wege, Sammlung, Sortierung und Stoffstromsteuerung effizienter, transparenter und nachhaltiger zu gestalten. Die Studie „Revolutionizing urban solid waste management with AI and IoT: A review of smart solutions for waste collection, sorting, and recycling" eines saudi-arabischen Wissenschaftlers zeigt, wie sich digitale Systeme vom technologischen Zusatznutzen zum strategischen Schlüssel für die Kreislaufwirt-schaft entwickeln können.

Die Automobilindustrie steht im Zentrum der europäischen Bemühungen, Res-sourcenkreisläufe zu schließen und den Übergang zu einer zirkulären Wirtschaft voranzutreiben. Die Studie „Increasing plastic circularity in the automotive sector: Supply chain analysis and policy options from the European Union (EU)" von Wis-senschaftler*innen aus Italien und den Niederlanden hat die Kunststoffzirkulari-tät im Automobilsektor untersucht. Dabei fokussiert sie sich auf die Treiber und Hürden des Recyclings. Die Studie wurde in „Resources, Conservation & Recyc-ling" veröffentlicht.

Nach Berechnungen der Bundesregierung können im Jahr 2030 rund sieben Milliarden Kubikmeter Erdgas und etwa vier Milliarden Liter Benzin eingespart werden. Gleichzeitig werden zusätzliche Ausschreibungen für Windenergieanlagen sowie Förderprogramme für Elektromobilität und industrielle Dekarbonisierung umgesetzt.

Und wieder einmal will die EU Dinge beschleunigen. Diesmal soll es mit dem „Industrial Ac-celerator Act" um ausgewählte industrielle Sektoren gehen. Dabei stehen vor allem die öffent-liche Beschaffung und Genehmigungsverfahren im Fokus.

Wo steht Deutschland in Sachen Kreislaufwirtschaft und wie sieht es mit den europäischen Zielen aus? Die Studie „Kreislaufwirtschafts-Strategien der EU und Deutschlands im Ver-gleich" der Bertelsmann-Stiftung hat den Status quo in Deutschland untersucht. Außer-dem wurde geprüft, ob die deutschen Ziele denen der EU entsprechen.

Digitalisierung und KI gewinnen zunehmend an Bedeutung, spielen gerade in KMUs aber noch keine wichtige Rolle. Trotzdem - oder vielleicht auch gerade deshalb - war die Teilnahme am bvse Digital Summit sehr rege. Im Mittelpunkt standen Anwendungsbeispiele, die heute schon in Unternehmen zum Einsatz kommen.

„Unsere Mitgliedsunternehmen sind das Rückgrat der Kreislaufwirtschaft. Mit dem Entsorger Circle geben wir ihnen Zugang zu einer Plattform, auf der digitale Lösungen und KI-Strategien praxisnah diskutiert und umgesetzt werden können", erklärt Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse.

Die PPWR-Umsetzung erfordert frühzeitige Maßnahmen. Rechtliche Unsicherheiten erschweren die Planung, während die Konformitätserklärung ab 2026 verpflichtend wird.

Die erweiterte Herstellerverantwortung gilt als Rückgrat der europäischen Recyclingpolitik. Doch wäh-rend Sammel- und Verwertungsquoten steigen, wachsen die Abfallmengen weiter, während Wiederver-wendung sowie Reparatur strukturell unterfinanziert bleiben. Im Rahmen des geplanten Circular Econo-my Act schlägt Zero Waste Europe in dem Policy-Brief „Extended Producer Responsibility (EPR) for waste reduction" eine grundlegende Neuausrichtung der erweiterten Herstellerverantwortung vor.