Michael Brunn
Chefredakteur

Chefredakteur


Die Europäische Kommission sieht in der Bioökonomie eine strategische Chance. Sie sei ein Motor für grünes Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz. Zudem kann sie einen Beitrag zur Dekarbonisierung der Wirtschaft und zur strategischen Autonomie der EU leisten. Wie das aussehen kann, zeigt die neue Bioökonomiestrategie.

Die Diskussion über Klimaschutz wird seit Jahren von der Frage begleitet, wie wirtschaftliches Wachstum und ökologische Nachhaltigkeit miteinander vereinbar sind. Während einige Perspektiven diese beiden Ziele als Gegensätze betrachten, zeigt sich zunehmend, dass ambitionierte Klimapolitik ökonomische Chancen eröffnet. Die Kreislaufwirtschaft spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die Studie „The economic benefits of climate action - How decarbonization can enhance competitiveness and growth" von Deloitte und KfW liefert hierfür eine empirische Grundlage und zeigt auf,

Stahl ist einer der Grundpfeiler der europäischen Industrie. Allerdings entstehen rund fünf Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in der EU in den Stahlwerken, was den Handlungsdruck zur Dekarbonisierung erheblich verstärkt. Ein wichtiger Hebel für diese Transformation ist der höhere Einsatz von Stahlschrott. Während der Schrottbedarf in Europa in den kommenden Jahren erheblich steigen wird, reicht die heute verfügbare Menge an hochwertigem Schrott nicht aus, um den erwarteten Bedarf in industriellen Anwendungen zu decken. In dieser Gemengelage kommt ein bisher wenig beachteter Rohstoffstrom ins Spiel: ausgediente Schiffe. Der Bericht „Scrap steel at sea: How ship recycling can help decarbonise European steel production" der NGO Shipbreaking Platform, Sandbag und der Universität Tuscia hebt hervor, welche strategische Rolle dieser Schrottstrom übernehmen könnte und wie ungenutztes Potenzial erschlossen werden kann.
Der bvse hat gegenüber dem Bundesumweltministerium eine umfangreiche und ungewöhnlich deutliche Stellungnahme zum Referentenentwurf des Gesetzes zur Anpassung des Verpackungsrechts und weiterer Rechtsbereiche an die EU-Verordnung 2025/40 (PPWR) abgegeben. Die Kritik fällt scharf aus: Der Verband sieht den Mittelstand existenziell bedroht, warnt vor einer gefährlichen Machtverschiebung im Markt.

Experten aus dem Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF haben in einer umfassenden Untersuchung die Langzeiteigenschaften von Kunststoffen analysiert. Dabei wurden gleiche Proben nach 15 Jahren erneut getestet. Die Ergebnisse sind ein positives Zeichen für die Kreislaufwirtschaft und die Verwendung von Rezyklaten.

Das Pilotprojekt zur Gasifizierung zeigt, dass gebrauchte Windeln und andere absorbierende Hygieneprodukte ohne aufwändige Vorbehandlung in wertvolle Rohstoffe für neue chemische Produkte umgewandelt werden können. Das dabei entstehende Gasgemisch enthält Kohlenmonoxid und Wasserstoff, die als Ausgangsmaterial für die chemische Produktion verwendet werden können, wodurch der Kohlenstoff-Kreislauf geschlossen wird.

Nach einer rund dreijährigen Entwicklungsphase wurde das Label im April 2025 eingeführt. Es steht für Produkte, Zwischenprodukte und Rohstoffe zur Verfügung.

Eine aktuelle Conversio-Studie zeigt, dass Deutschland deutlich höhere Kunststoffrecyclingmengen erreichen könnte. Chemische Verfahren können das mechanische Recycling ergänzen, insbesondere bei Abfällen, die sich stofflich nur eingeschränkt verwerten lassen.
Seine Analyse zeigt: Ein eigentlich gut funktionierender Wertstoffkreislauf droht ins Stocken zu geraten - und zwar an mehreren Stellen gleichzeitig. „Wir stehen an einem Punkt, an dem ein jahrzehntelang stabiles System ins Wanken gerät", sagte Uphoff vor den 160 Teilnehmenden in der Landesvertretung Hessen zu Beginn seines Vortrags.

Das Ziel: echte Kreislaufwirtschaft für Lebensmittelverpackungen, indem gebrauchte PET-Verpackungen wieder in neue, lebensmitteltaugliche Schalen mit gleicher hoher Qualität verwandelt werden.