Michael Brunn
Editor-in-Chief

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Während die Rückgewinnung von Metallen aus stillgelegten Fahrzeugen bereits seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziert wird, enden rund 200 Kilogramm Kunststoff pro Fahrzeug bisher häufig in der Verbrennung. Mit den neuen Technologien von BASF soll sich dies ändern, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden regulatorischen Anforderungen der EU-Altfahrzeugverordnung.

In der Metallindustrie werden die wertvollen Rohstoffe schon von jeher gut im Kreis geführt. Dennoch steht sie vor neuen Aufgaben. Das Panel „Metals - a highly circular industry" beim Circular Valley Forum 2025 zeigt, wo die Branche bereits gute Lösungen entwickelt hat und wo Kooperationen neue Chancen für noch mehr Zirkularität eröffnen.

Für PreZero ist das Projekt in Sollenau eine strategische Investition zur Stärkung der regionalen Recycling-Infrastruktur Österreichs. Der Standort wurde ausgewählt, um eine geografische Lücke zu schließen und auf diese Weise kürzere Transportwege, geringere Emissionen und eine effizientere Abfallwirtschaft zu ermöglichen. Die Anlage ist für eine jährliche Verarbeitungskapazität von 104.500 Tonnen in zwei Modulen ausgelegt.

Vielerorts gilt in der Abfallwirtschaft noch: Papier dominiert die Prozesse. Besonders im Umgang mit mineralischen Stoffströmen werden zentrale Dokumente wie Wiegescheine, Lieferscheine oder Analysen in zahllosen Unternehmen noch händisch erfasst. „Mindestens neun von zehn Unternehmen verarbeiten diese Dokumente manuell", beschreibt Hauke Harders, Geschäftsführer von Boden & Bauschutt, seine Erfahrung. Das bedeutet: Mitarbeiter tippen Mengen, Kennzeichen und andere Daten in Excel-Tabellen ab - eine monotone Arbeit, die Fehler begünstigt und viel Zeit kostet. Ingenieurbüros, die in Großprojekten hunderte solcher Dokumente auswerten, verbringen dafür oft Stunden mit reiner Datenerfassung.Die Branche steht damit vor einer doppelten Herausforderung: Zum einen müssen Prozesse effizienter gestaltet werden, weil Personal knapp ist. Zum anderen ist eine hohe Datenqualität erforderlich, um Kalkulationen, Abrechnungen und Nachweise rechtssicher zu gestalten. „Fachkräftemangel und Fehleranfälligkeit führen dazu, dass wir irgendwann gesagt haben: Man muss in dieser Branche KI einsetzen, um effizienter zu werden", betont Harders.Gleichzeitig gilt es, die Kosten im Blick zu behalten. Viele mittelständische Entsorger verfügen weder über große IT-Abteilungen noch über Budgets für komplexe Digitalisierungsprojekte. Stattdessen sind einfache, sofort nutzbare Lösungen gefragt.Digital und intelligentVor diesem Hintergrund hat Boden & Bauschutt mit Förderung durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und das Land Hessen den Service „Dokumente Digital" entwickelt. Das Tool verarbeitet zunächst Wiege- und Lieferscheine, perspektivisch soll es auch Analysen und Bodengutachten erfassen können. Der Ansatz: KI erkennt Dokumenttypen, liest die relevanten Informationen aus und stellt sie in Echtzeit zur Verfügung.„Lädt der Nutzer zum Beispiel ein Dokument mit insgesamt 40 Seiten hoch, fängt das System an, diese in einzelne Dateien aufzutrennen. Jede Seite wird kategorisiert, beispielsweise als Wiegeschein oder Lieferschein, und die extrahierten Daten stehen sofort in einer Excel-Datei bereit", erklärt Harders. Technisch basiert das Tool nicht auf klassischer reiner Texterkennung, sondern auf einem Zusammenspiel mehrerer großer Sprachmodelle. „Die KI versteht aus dem Kontext heraus ähnlich wie ein Mensch, was ein Wiegeschein ist, was ein Gewicht und was ein Kennzeichen", erläutert Mitgründer und Produktmanager Stanislaw Wieczorek. So ließen sich Fehler vermeiden, die herkömmliche Systeme bislang verursacht haben.Die Bedienung ist bewusst niederschwellig gehalten: Dokumente können per Drag-and-Drop oder E-Mail ins System eingespeist werden. Für die Weiterverarbeitung stehen Excel-Exporte bereit - ein Format, mit dem nahezu jedes Unternehmen umgehen kann. „Jeder kann es sofort in seinen Workflow implementieren, ohne dass wir umfangreiche Schulungen machen müssen", so Wieczorek.Von Stunden zu MinutenDer Nutzen zeigt sich nach der Erfassung: Aus stundenlangen Routinetätigkeiten können Minutenaufgaben werden. Auch strategisch kann die Lösung neue Möglichkeiten eröffnen. Durch die digitale Aufbereitung entsteht häufig zum ersten Mal eine verlässliche Datenbasis im Betrieb, die auch für künftige Bestrebungen nach mehr Automatisierung in der Kreislaufwirtschaft entscheidend sein kann. „Wir müssen anfangen, papierhafte Daten in wirklich wertvolle digitale Daten zu verwandeln, dann können wir auch echte Kreislaufwirtschaft ermöglichen", meint Harders.Für die Unternehmen bedeutet das aus seiner Sicht: weniger Aufwand, weniger Fehler und geringere Kosten bei gleichzeitig besserer Verfügbarkeit von Daten über Abteilungs- und Unternehmensgrenzen hinweg. Sein Kollege geht noch einen Schritt weiter. „Unser Ziel ist es, immer mehr administrative Prozesse zu unterstützen. In Zukunft werden mehr und mehr Arbeitnehmer sogar verlangen, dass KI solche Aufgaben übernimmt", prognostiziert Wieczorek.Neben der direkten Arbeitserleichterung kann das Tool damit auch die Wettbewerbsfähigkeit der Branche unterstützen, die stark mittelständisch geprägt ist. Mit Start zum Jahresbeginn 2026 sollen flexible Preisstrukturen gerade kleineren Betrieben den schnellen Einstieg bereits ab 79 Euro pro Monat erleichtern.
IBU-tec will im Rahmen der Partnerschaft seine Expertise für effiziente Recyclingprozesse einbringen und dabei für Kunden von Hosokawa Alpine Lösungen für das Recycling beschichteter Kathodenfolien anbieten. Hosokawa Alpine steuert vier Maschinen auf Basis von Mahl- und Sichttechnologie bei, um das Recycling von Batteriematerialien effizient durchführen zu können. Die Mühlen können von IBU-tec auch für die Bearbeitung der eigenen Batteriematerialien sowie für Entwicklungs- und Serviceprojekte mit Kunden im Batteriebereich verwendet werden.

Nach Jahren der Entwicklung von Datenstrukturen, der Digitalisierung und Standardisierung setzt Cirplus nun KI ein, um Lieferketten grundlegend zu verändern. Die Beschaffung des passenden Rezyklats war bislang aufgrund hunderter Polymerarten und zahlloser Additiv-Varianten komplex. Der neue Supply-Chain-Agent Cirplus AI soll diesen Prozess in drei Stufen vereinfachen: Assist, Augment und Automate. In der ersten Phase liefert die KI Materialempfehlungen und verkürzt Freigabeprozesse. In der zweiten Phase stärkt sie Entscheidungen durch tiefgreifende Marktanalysen und verknüpft Preisentwicklungen, Nachfrage, Angebot, Frachtkosten und Testergebnisse. In der dritten Phase wird schließlich die Beschaffung vollständig automatisiert, von der Anfrage bis zur Lieferung. So wird globale Compliance, Effizienz und Geschwindigkeit sichergestellt.

Mehr Lithiumbatterien getrennt sammeln lautet das Ziel, um verheerende Brände in der Abfallwirtschaft zu reduzieren. Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, wo sich die gefährlichen Brandstifter überall verstecken, und dass sie sich bereits bei kleinster Reibung entzünden können. Deshalb dürfen Lithiumbatterien und Produkte wie Einweg-E-Zigaretten oder singende Grußkarten, in denen sie fix verbaut sind, ausschließlich im Handel in den „Her mit Leer" Boxen oder in Batteriesammelstellen entsorgt werden. Um die Sammelmenge zu erhöhen, werden derzeit mehrere Lösungsansätze besprochen. In einer Umfrage befürworten insgesamt 81 Prozent der Österreicher*innen ein System, bei dem es bei korrekter Entsorgung sofort Geld zurück gibt, weitere 72 Prozent stimmen einem Verbot von Einweg-E-Zigaretten zu. Eine noch größere Zustimmung (85 %) gibt es beim Wunsch, dass Produkte mit Lithiumbatterien klar erkennbar sein sollen.
Trotz erheblicher Fortschritte bei der Verringerung der Treibhausgasemissionen und der Luftverschmutzung ist der Zustand der Umwelt in Europa insgesamt kritisch. Besonders die Natur ist weiterhin von Schädigung, Übernutzung und dem Verlust biologischer Vielfalt betroffen. Hinzu kommt der sich beschleunigende Klimawandel, der eine dringende Herausforderung darstellt. Dies geht aus dem aktuellen Bericht „Zustand der Umwelt" der Europäischen Umweltagentur (EUA) hervor.

Herr Rehbock, Sie sprechen oft davon, dass die Zertifizierung zum Entsorgungsfachbetrieb eine Erfolgsgeschichte ist. Was macht dieses System so besonders?

In diesem Jahr widmet sich die Future Resources besonders den kommenden regulatorischen Veränderungen, wie etwa der EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die ab 2026 in Kraft tritt, und beleuchtet Chancen und Herausforderungen beim Einsatz von Post-Consumer-Rezyklaten. Mit seiner Keynote „Zieht euch warm an, denn es wird noch heißer" führt Diplom-Meteorologe Sven Plöger in den Tag ein und legt mit seinem Vortrag zu den Folgen des Klimawandels die Grundlage für die folgenden Diskussionen.