Laut der neuen EU-Batterieverordnung muss die Rücknahmequote für Gerätebatterien bis 2030 auf 73 Prozent steigen, in Österreich liegt sie derzeit nur bei 53 Prozent. Um dieses Ziel zu erreichen ist somit eine 50-Prozent-Steigerung notwendig. Der VOEB hat klare Forderungen formuliert, um die Sammelquote von Lithiumbatterien zu erhöhen und ihre Brandgefahr zu mindern: die Einführung eines Cashback-Systems, mehr Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung der Bevölkerung, ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten sowie die bessere Kennzeichnung von Geräten mit Lithiumbatterien.
Vertreter*innen der Abfallwirtschaft, des Handels, der Elektroindustrie und der Versicherungsbranche konnten sich in einem Runden Tisch auf Einladung des Umweltministeriums auf mehrere konkrete Maßnahmen einigen: Die Ausarbeitung eines Plans, wie ein Cashback-System umgesetzt werden kann; die Ausweitung der Rücknahmeverpflichtung im Handel auch auf kleine Geschäfte sowie die Aufstockung der Mittel für eine breitenwirksame Öffentlichkeitsarbeit zum Thema korrekte Entsorgung von Lithiumbatterien. Ebenso folgen vertiefte Gespräche über Ausgleichsmaßnahmen für Brandschutz-Versicherungen sowie ein Engagement Österreichs auf EU-Ebene, länderübergreifende Lösungen gegen die steigende Zahl der Batteriebrände umzusetzen.
Gabriele Jüly, Präsidentin des VOEB: „Rund um Lithiumbatterien herrscht hoher Aufklärungsbedarf. Die Bevölkerung will und muss besser informiert werden, um bei der Entsorgung von möglicherweise gefährlichen Produkten zu wissen, wie sie Brände verhindern kann. Auch die Hersteller sind gefordert: Nicht nur müssen Lithiumbatterien in entsprechenden Produkten klar erkennbar sein, auch die korrekte Sammlung und Entsorgung muss sichergestellt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um alte Mobiltelefone, elektrische Zahnbürsten, blinkendes Kinderspielzeug oder singende Grußkarten handelt.“
Robert Mayer, Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes (ÖBFV): „Jede Lithiumbatterie, die statt im Handel oder Altstoffsammelzentrum im Restmüll entsorgt wird, ist eine potenzielle Lebensgefahr für Betriebspersonal, Einsatzkräfte und Anrainer. Wir haben es mit einer exponentiell steigenden Zahl von verheerenden Bränden zu tun, die durch Lithiumbatterien ausgelöst werden. Und zwar nicht nur in der Abfallwirtschaft, sondern auch in den eigenen vier Wänden.“
Mehr als 150 Expert*innen aus Abfallwirtschaft, Feuerwehr, Brandprävention und Wissenschaft trafen sich vor diesem Hintergrund diese Woche in Wien, um gemeinsam Lösungen zur Prävention und Eindämmung von Bränden in Abfallwirtschaftsbetrieben zu finden. Eine intensivere Kooperation im Bereich Aus- und Fortbildungen für vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz wurde dabei angekündigt.
Jüly: „Eine höhere Batteriesammelquote würde nicht nur Brände reduzieren. Beim Recycling von Batterien können wertvolle Metalle rückgewonnen werden. Dazu gehören kritische Rohstoffe wie Nickel, Lithium, Kobalt oder Mangan. In Zeiten von Ressourcenknappheit können wir es uns nicht leisten, dass Wertstoffe im Restmüll landen.“ Laut Statusbericht des Umweltministeriums wurden in Österreich 2023 rund 430 Tonnen Lithiumbatterien getrennt gesammelt. Drei Millionen Lithiumbatterien landen aber weiterhin im Restmüll, wie die Montanuniversität Leoben berechnet hat.







