Michael Brunn
Editor-in-Chief

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Wer weniger Abfälle produziert, reduziert nicht nur Entsorgungskosten, sondern auch Material sowie Aufwand für Beschaffung, Lagerung und Logistik. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette ergibt sich so ein spürbares ökologisches aber auch ökonomisches Einsparpotenzial. Genau hier setzt das Zero Waste Konzept von Saubermacher an, das zunächst auf einer systematischen Analyse fußt. Im Fokus stehen dabei betriebliche Arbeitsabläufe sowie die transparente Darstellung unterschiedlicher Abfallströme. Um diese - auch standortübergreifend - vergleichbar zu machen, entwickelte Saubermacher gemeinsam mit Wienerberger einen spezifischen Reportingstandard entsprechend der Europäischen Waste Framework Direktive. Mitarbeitende aus dem Unternehmen wurden zudem zu „Zero Waste Ambassadors" ausgebildet. Sie verfügen über das methodische Rüstzeug, einheitliche Datenstrukturen zu erfassen und das Reporting in der Praxis umzusetzen.

Bitunamel Feldmann GMBH verfügt über fast sechs Jahrzehnte Erfahrung in der Schiffs- und Tankreinigung sowie in der Entsorgung und Verwertung von Abfällen bis hin zur Transportlogistik. Die übernommenen Bereiche Transport und Entsorgung werden zukünftig über den Veolia Standort in Lübeck abgewickelt, während die Geschäftsbereiche Schifffahrt, Offshore Support und Schleppschifffahrt weiterhin unter der Marke Bitunamel Feldmann geführt werden. 7 Mitarbeitende und der Fuhrpark mit 11 Spezialfahrzeugen, darunter Saug-Druck-Fahrzeuge, Tankwagen und Containerfahrzeuge, werden von Veolia vollständig übernommen.

Gemeinsam mit Stefan Visser, der seit Anfang 2024 EGN-Geschäftsführer ist, wird sie ab dem 1. Februar 2026 die Geschäfte der EGN leiten und Pierre Vincent, der altersbedingt zum 30. April 2026 nach 10 Jahren das Unternehmen verlassen wird, in dieser Position ablösen.

„DES sind umweltfreundliche Lösungsmittel, die durch Mischen eines Wasserstoffbrückenbindungsdonors (HBD) und eines Wasserstoffbrückenbindungsakzeptors (HBA) entstehen", erklärt Dr. Ebbe Dommisse, CEO von Iondrive. Aus der Wechselwirkung über Wasserstoffbrückenbindungen resultiert eine eutektische Mischung mit einem niedrigeren Schmelzpunkt als ihre einzelnen Bestandteile. DES sind in der Regel wenig toxisch, biologisch abbaubar und wiederverwendbar.

Ziel ist es, während des Einkaufs über kreislauforientierten Konsum zu informieren und das Bewusstsein für die wertvollen Rohstoffe in Verpackungen zu fördern.

Anlässlich dieses Jubiläums überreichte Jörg Lacher, Geschäftsführer der bvse-Entsorgergemeinschaft, die Ehrenurkunde an das Unternehmen. „Wir möchten Ihre Leistung würdigen, seit 10 Jahren ständig und erfolgreich an der innerbetrieblichen Qualität gearbeitet zu haben", betonte Lacher bei der Übergabe.

Auch wenn viel über die Kreislaufwirtschaft gesprochen wird, stellt sich die praktische Umsetzung immer noch als problematisch dar. Die Gründe dafür sind vielfältig und bedürfen auch verschiedener Lösungsansätze. Einer ganzen Reihe von Herausforderungen kann aber mithilfe der Digitalisierung begegnet werden. Das zeigt die Acatech-Studie „Digitale Enabler der Kreislaufwirtschaft".
Der Druck auf die natürlichen Systeme wird weiter zunehmen. Das sozioökonomische Wachstum in Verbindung mit der Zunahme der Weltbevölkerung hat zu einem Anstieg des Ressourcenverbrauchs und der Abfallproduktion geführt, mit zerstörerischen Auswirkungen auf den Planeten. Es wird geschätzt, dass die Hälfte aller Treibhausgasemissionen und 90 Prozent der globalen Biodiversität und des Wasserstresses auf die Gewinnung und Verarbeitung von Ressourcen für den menschlichen Konsum zurückzuführen sind. Die Weltbevölkerung wächst weiter und damit nimmt auch das Abfallaufkommen weiter zu. Daher muss der Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft, die auf erneuerbaren Energien basiert, beschleunigt werden. Dieser Wandel berge aber auch die Gefahr, die Probleme der Ressourcenknappheit und der Abfallproduktion weiter zu verschärfen.Eine der Hauptursachen für diese Herausforderungen ist das vorherrschende lineare Wirtschaftsmodell, das durch den „Take-make-waste"-Ansatz für Produktion und Verbrauch gekennzeichnet ist. Dieses Modell geht von einem konstanten Angebot an neuen natürlichen Ressourcen aus und unterstellt, dass die negativen Auswirkungen von entsorgten Produkten am Ende ihrer Lebensdauer begrenzt sind. Beide Annahmen sind falsch: Die natürlichen Ressourcen, vorwiegend Trinkwasser und fossile Brennstoffe, werden immer knapper, und die Umweltverschmutzung hat ein kritisches Niveau erreicht, das Gesundheitsprobleme und irreversible Schäden an Flora und Fauna verursacht. Bestehende Strategien zur Eindämmung der Umweltverschmutzung wie Abfallwirtschaft und Recycling seien zwar wichtig, reichen aber nicht aus, um die wachsenden Herausforderungen zu bewältigen.
Als eine wesentliche Voraussetzung für die Kreislaufwirtschaft gelten passende Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle. Dabei ist die Entwicklungsphase eines Produkts entscheidend, in der die Kreislauffähigkeit von Produkten festgelegt wird. In dieser Entwicklungsphase kann künstliche Intelligenz (KI) die Arbeit beschleunigen. KI kann ebenfalls die Produktqualität verbessern, den Ressourceneinsatz optimieren und sogar neue Geschäftsmodelle identifizieren. Dabei könne KI zum einen als Assistenzsystem dienen, zum anderen könnten speziell trainierte Systeme neue Produkte entwickeln.Dabei müsse berücksichtigt werden, dass KI nur das Wissen abbilden kann, mit dem sie trainiert wurde. Laut Bericht würden dadurch eher durchschnittliche Entwürfe eines Konzepts entstehen, was dann von Menschen weiterentwickelt und verfeinert werden muss. Auch bei der Entwicklung neuer Materialien und der Substitution, etwa von Kunststoffen, könne KI helfen.Auch bei der Gewinnung und Rückgewinnung von Rohstoffen könne die KI einen Beitrag leisten. So könne sie etwa dabei helfen, vorhandene anthropogene und natürliche Lagerstätten von Rohstoffen zu erschließen und zu quantifizieren. Mithilfe von KI-Systemen könnten Marktplätze skaliert und Restwerte ermittelt werden. Zudem könnten Rezertifizierungsmaßnahmen zuverlässiger und kostengünstiger erfolgen. Weiter kann KI die Effizienz bei Demontage und Inspektion verbessern. Außerdem könne KI Produktionsdaten analysieren, um den Zustand und die Lebensdauer von Bauteilen vorherzusagen.Auch in Produktionsprozessen könne KI unterstützen. In den Bereichen Prozessregelung, Qualitätskontrolle und Instandhaltung werde KI bereits häufig eingesetzt. Vor allem bei der Qualität habe sich KI bewährt. So können durch die Vermeidung von Produktionsfehlern Kosten gesenkt werden. KI-basierte Diagnosesysteme für eine optimierte Instandhaltung sorgen für eine effiziente Maschinenauslastung und verfolgen das Ziel, fehlerfreie Produkte herzustellen.Im Verkauf kann eine KI-basierte Angebotssteuerung den Ressourceneinsatz reduzieren, indem nur die tatsächlich benötigte Menge an Produkten zum jeweiligen Zeitpunkt hergestellt wird. Damit können Überproduktionen und Abfälle vermieden werden. Durch die Analyse von Nachfrage und Kaufverhalten aus der Vergangenheit können künftige Bedarfe prognostiziert werden.Für die Wirtschaftlichkeit von Sharing- oder Nutzungsmodellen müssten Faktoren wie Lebensdauer, Ausfallwahrscheinlichkeit, Wartungsaufwand, Nutzungshäufigkeit und -intensität sowie die Zerstörungsmöglichkeiten durch die Anwender*innen abgeschätzt werden. KI könne dabei helfen, entsprechende Informationen für die Preisgestaltung zur Verfügung zu stellen. Auch in der Logistikplanung könne KI helfen, Lagerflächen und Transportwege einzusparen.In der Nutzungsphase könne KI vor allem dabei helfen, den Austausch zwischen allen Beteiligten zu vereinfachen oder überhaupt erst zu ermöglichen.Für die Rückführung von Produkten gebe es drei wesentliche Motive: Die erneute Nutzung, die Nutzung bestimmter Komponenten oder die Rückgewinnung von Materialien. Für jedes dieser Motive sind spezielle Rückführungswege erforderlich, die mit KI optimiert werden können.Ein Teil des GanzenDer Bericht betont, dass KI die Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft nicht allein bewältigen kann. Denn dazu sei ein tiefgreifendes wirtschaftliches und gesellschaftliches Umdenken erforderlich. Die Politik müsse Rahmenbedingungen schaffen, die Unternehmen ihre Geschäftsmodelle und die Menschen ihr Verhalten ändern. Dabei kann KI unterstützend helfen.„Grundsätzlich hängt das Ausmaß des Lösungsbeitrags von KI davon ab, wie ambitioniert die CE-Strategie ausgerichtet ist und umgesetzt wird, in welche die KI eingebettet ist", heißt es weiter. Dabei müsse aber auch immer kritisch hinterfragt werden, inwieweit KI tatsächlich zur Zielerreichung der Nachhaltigkeit beträgt oder ob sie nicht eine lineare Wirtschaft befördert. In vielen Fällen könnten KI-Anwendungen erst dann sinnvoll zu einer Kreislaufwirtschaft beitragen, wenn die Rahmenbedingungen verändert werden.Grundsätzlich müsse zunächst immer gefragt werden, welches Problem gelöst werden soll, bevor entschieden werden kann, welchen Beitrag KI dazu leisten kann. KI-Anwendungen müssten zudem immer in eine größere Kreislaufwirtschaftsstrategie eingebettet und von anderen Maßnahmen unterstützt werden.Digitale Produktpässe seien eine Schlüsseltechnologie, um die Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen. Sie werden in den kommenden Jahren sukzessive für bestimmte Produktgruppen verbindlich eingeführt. Dabei handele es sich um ein dezentrales System standardisierter Datensätze, das Transparenz über Produkteigenschaften im gesamten Produktlebenszyklus schaffen soll. Dafür könne KI in verschiedener Form genutzt werden, um die Vorteile der DPPs noch stärker auszuschöpfen. Vor allem Unternehmen ohne eine entsprechende digitale Infrastruktur und ohne Know-how würden bei der Einführung von DPPs vor großen Herausforderungen stehen. Denn schon die Sammlung und Strukturierung der relevanten Daten sei sehr aufwendig. Hier könne auch herkömmliche Software ohne semantisches Verständnis nicht helfen.KI nachhaltig gestaltenNeben dem Nutzen der KI für die Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft müsse aber auch die Nachhaltigkeit der Technologie berücksichtigt werden. „KI kann nur in einer Gesellschaft und Wirtschaft ein sinnvolles Instrument sein, welche bereits nachhaltig ist oder sich die Transformation zur Nachhaltigkeit zum Ziel gesetzt hat. In einer linearen, weiterhin auf der Ausbeutung von natürlichen Ressourcen und von Menschen basierenden (Wirtschafts-) Welt hat KI das Potenzial, derzeitige Missstände und Fehlentwicklungen zu verstärken", heißt es im Bericht. Dabei gebe es im Lebenszyklus eines KI-Systems zahlreiche Punkte, an denen Entscheidungen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit getroffen werden könnten. Um eine soziale Nachhaltigkeit der KI sicherzustellen, sollten Informationen zu den Systemen offengelegt und Verantwortlichkeiten für deren Ergebnisse sichergestellt werden. Notwendig seien zudem eine hohe Datenqualität und Datenschutz. Um eine ökologische Nachhaltigkeit sicherzustellen, sei ein nachhaltiger Energiemix erforderlich. Zudem müsse auf die ressourcen- und energieschonende Produktion, Nutzung und Entsorgung der Hardware geachtet werden. „Zur Stärkung ökonomischer Nachhaltigkeit sollte die Zugangsbarriere zu KI-Entwicklung durch offene Datensätze, Schnittstellen und Quellcodes reduziert werden, auch um damit die Marktmacht- und Wissenskonzentration auf wenige große Anbieter von KI-Modellen entgegenzuwirken", so der Bericht.Grundsätzlich müssten die möglichen Ressourceneinsparungen von KI-Anwendungen den unerwünschten Nebeneffekten gegenübergestellt werden, da diese die gewünschten Einsparungen aufzehren oder sogar überkompensieren könnten. Allerdings gebe es bisher über die Umweltkosten von KI-Systemen kaum Zahlen. Dies würde es erschweren, Entscheidungen zu treffen, mit denen die negativen Umweltauswirkungen der KI gemindert werden könnten.Grenzen von KIWeiter heißt es, dass das Bewusstsein und Verständnis über die Funktionsweise, aber auch die Grenzen von KI essenziell ist. KI dürfe dabei weder vermenschlicht noch als objektiv und unabhängig gesehen werden. Zudem werde kontrovers diskutiert, ob KI überhaupt Neues schaffen kann. Zudem würden die Trainingsdaten für KI-Modelle aus der Vergangenheit, also der linearen Wirtschaft, stammen. Daher würden sich grundsätzliche Einschränkungen bei der Nutzung im Bereich der Kreislaufwirtschaft ergeben. Dies mache auch deutlich, dass der Impuls für die Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft kommen müsse. „KI und ihre Potenziale für die CE dürfen in keinem Fall dazu führen, dass die gesellschaftlich-politische Debatte und Anstrengung darum, wie die Transformation gestaltet und vorangebracht werden kann und muss, verschleppt oder gar negiert werden", heißt es im Bericht. Zudem müssten neue Forschungsergebnisse kontinuierlich in die Input-Daten mit einbezogen und Verzerrungen durch Datenlücken und -missstände beachtet werden.Für eine sinnvolle Nutzung von KI für die Kreislaufwirtschaft sei es erforderlich, dass die Akteure Kompetenzen in beiden Bereichen aufbauen. So müssten die Akteure der Kreislaufwirtschaft die Datenqualität erkennen und die Ergebnisse kritisch bewerten und einordnen können. Umgekehrt müssten KI-Entwickler die Prinzipien und Hierarchien der Kreislaufwirtschaft verstehen und möglicherweise auch wünschenswerte Werte und Veränderungen in das Training der KI einbeziehen.Grundsätzlich hänge das Potenzial neuer Technologien nicht nur von der technischen Ausgestaltung, sondern vor allem auch von der Akzeptanz, Annahme und Integration durch die Gesellschaft ab. Technologien könnten nur dann transformativ wirken, wenn sie mit den Werten, Bedürfnissen und Bestrebungen der Gesellschaft übereinstimmen.

Zirkuläre Strategien können entlang der Wertschöpfungskette kategorisiert werden und umfassen das Schließen, Ermöglichen, Schaffen und Verlängern von Kreisläufen. Die Studie hält auch den Aspekt der Ressourceneffizienz für relevant. Neben den Strategien gibt es auch eine ganze Reihe von zirkulären Maßnahmen. Die Studie hat elf zirkuläre Maßnahmen identifiziert, die digital gestützt und vor allem für KMU relevant sind. Die Maßnahmen sind: Einsatz neuer Materialien, Einsatz von Sekundärrohstoffen, kreislaufgerechtes Produktdesign, produktergänzende Serviceangebote, Wiederverwendung und -aufbereitung von Produkten und/oder Produktteilen, Maßnahmen zur Energieeffizienz und -einsparung, Optimierung der Herstellungsprozesse zur Ressourcenschonung und Abfallvermeidung (ohne Energieeffizienz und -einsparung), Weiter- und Wiedernutzung von Rohstoffen und Materialien, Wiederverwertung (Recycling) von Rohstoffen und Materialien, strategisches Management kreislauforientierter Maßnahmen sowie Informationssysteme zur Kreislaufführung.Mehr als die Hälfte der KMU im verarbeitenden Gewerbe setze bereits kreislauforientierte Maßnahmen ein. Weitere 11 Prozent planen den Einsatz. Dies spiegele sich auch im Unternehmenserfolg wider. Erfolgreiche Unternehmen setzen auch mehr kreislauforientierte Maßnahmen ein. Dabei würden sich die Unternehmen im Wesentlichen auf Maßnahmen zur Energieeinsparung und auf klassische Prozessoptimierung fokussieren. Umgekehrt würden nur wenige Ansätze verfolgt, die direkt am Produkt ansetzen. „In vielen Unternehmen sind somit grundlegende Weichenstellungen für eine echte Circular Economy noch nicht vorhanden", heißt es in der Studie.Digitale TechnologienMithilfe digitaler Technologien könnten Prozesse transparenter gestaltet und identifizierte Effizienzpotenziale gehoben werden. „Das wesentliche Potenzial digitaler Technologien liegt generell jedoch in der unternehmensübergreifenden Vernetzung sowie dem unternehmensübergreifenden Datenaustausch", heißt es weiter. Die Studie betont, dass die Nutzung von Computern und Internet zwar eine unabdingbare Voraussetzung für die Digitalisierung sei, diese aber weit über die Vorbedingungen hinausgehe. Als wesentliche Anforderungen an die Digitalisierung nennt die Studie eine effiziente Datenbewirtschaftung und eine unternehmensübergreifende Vernetzung.Im Hinblick auf das Heben von Ressourceneffizienzpotenzialen sieht die Studie mehrere Möglichkeiten. Ansätze sind die digitale Vernetzung, digitale Zwillinge, Prozessdatenerfassung, digitale Produkte und Dienstleistungen sowie digitale Geschäftsmodelle. Allerdings wird auch betont, dass digitale Technologien für die Umsetzung zirkulärer Maßnahmen bei KMU bisher kaum eine Rolle spielen. Unternehmen, die digitale Technologien für zirkuläre Maßnahmen einsetzen, gaben vor allem deutliche Verbesserungen bei Energieaufwand, Materialeinsatz, dem Ausstoß von Treibhausgasemissionen und dem Abfallaufkommen an. Verbesserungen beim Umsatz waren hingegen nur bei wenigen Unternehmen festzustellen. Zudem gab ein großer Teil der Befragten an, die Auswirkungen nicht bewerten zu können. Die Bestimmung der Effekte eingesetzter zirkulärer Maßnahmen stelle also offenbar ein Problem dar. Relativ gut würden sich noch Auswirkungen auf Materialeinsatz, Abfallaufkommen und Kosten ermitteln lassen. Die mangelnden Bewertungsmöglichkeiten könnten auch erklären, dass nur 20 Prozent der Unternehmen der Meinung sind, dass der Nutzen den Aufwand übersteige. Hingegen gaben 26 Prozent an, dass der Aufwand den Nutzen übersteige, bei 16 Prozent übersteigt der Aufwand den Nutzen sogar stark. Weitere 20 Prozent konnten keine Einschätzung abgeben.Als wesentliche Hemmnisse bei der Einführung digitaler Technologien für zirkuläre Maßnahmen nennt die Studie das fehlende Fachwissen und fehlende Fachkräfte, fehlende Komplettlösungen zur umfassenden Datenerhebung und Nutzung, fehlende Informations- und Beratungsmöglichkeiten zu Kosten, Zielgrößen und Nutzen, die nicht gegebene Nachrüstbarkeit bestehender Anlagen sowie fehlende Finanzkraft. Als weitere Hemmnisse gelten fehlende Normen und Standards, prozesshemmende interne Abläufe, mangelndes Vertrauen in die Datensicherheit sowie eine unzulängliche Breitbandstruktur.Zirkularitätseffizienz„Die Zirkularitätseffizienz, die anhand der Indikatoren bestimmt wird, soll sowohl die eingesetzten als auch die verbrauchten Mittel und Ressourcen eines Unternehmens bei der Produktion von Gütern erfassen", heißt es in der Studie. Damit soll vor allem ermittelt werden, ob durch den Einsatz der digitalen Technologien tatsächlich Ressourcen eingespart oder zusätzliche Ressourcen verbraucht werden. So könne der Einsatz digitaler Technologie zwar möglicherweise zu Ressourceneinsparungen führen, gleichzeitig aber etwa den Energieverbrauch steigern. Zudem würden Wirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette entstehen, die ebenfalls berücksichtigt werden müssten. „Für eine Gesamtbilanz ist es wichtig, die gesamte Wertschöpfungskette zu betrachten, da kreislauforientierte Maßnahmen nicht nur zu lokalen Verschiebungen der Aufwände, beispielsweise zu Zuliefernden sowie Kunden und Kundinnen, führen dürfen."Empfehlungen„Obgleich die Mehrheit der KMU im verarbeitenden Gewerbe entweder zirkuläre Maßnahmen ergriffen hat oder dies plant, liegt der Fokus bislang auf prozessbezogenen innerbetrieblichen Optimierungsmaßnahmen", so die Studie. Auf Kooperationen mit Wertschöpfungspartnern würden eher größere KMU setzen. Zirkuläre Maßnahmen, die direkt auf das Produkt eingehen, würden bisher zu wenig genutzt, obwohl gerade hier das größte Potenzial liege. Auch beim Einsatz von Primär- und Sekundär-Rohstoffen gebe es noch Verbesserungspotenzial. „Hilfreich wäre, wenn mehr Unternehmen die Kreislaufführung ihrer Ressourcen systematisch erfassen und strategisch managen würden." Es sei vor allem notwendig, das Bewusstsein für zirkuläre Strategien in Unternehmen zu stärken, damit die passenden zirkulären Maßnahmen implementiert werden könnten. Dazu sei es erforderlich, Anreize für Unternehmen zu schaffen, auf zirkuläre Produktionsprozesse und Produkte zu setzen. Dies könne etwa durch eine verstärkte Nachfrage nach zirkulären Produkten und Dienstleistungen durch die öffentliche Hand erfolgen.Bisher sei die Digitalisierung für die Umsetzung zirkulärer Maßnahmen in den meisten Unternehmen noch nicht ausgeprägt genug. Zudem fehle meist die Kompetenz zum grundsätzlichen Umgang mit Daten. Viele Unternehmen würden daher bei der Umsetzung digitaler Lösungen Unterstützung benötigen. Dazu müssten auch die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden. So müsse vor allem die Modernisierung der digitalen Infrastruktur vorangetrieben werden.Die Mehrheit der Unternehmen ist nicht in der Lage, die Auswirkungen ihrer digital gestützten zirkulären Maßnahmen zu bewerten. Hier seien vor allem Standards und Orientierungshilfen erforderlich. Zudem müsse die Vernetzung von Informations- und Beratungsangeboten intensiviert werden.