Plastikfresser bei der Arbeit
Seit den 1950er Jahren ist die weltweite Kunststoffproduktion rasant gewachsen und erreicht nun insgesamt mehrere Milliarden Tonnen. Die Mehrheit dieser Kunststoffe wird nach kurzer Nutzungszeit weiterhin deponiert, verbrannt oder unkontrolliert in die Umwelt abgegeben, während nur ein kleiner Teil recycelt wird. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, gewinnt die Idee einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe an Bedeutung. Neben mechanischen und chemischen Prozessen rücken biokatalytische Ansätze zunehmend in den Fokus. Enzyme bieten das Potenzial, bestimmte Kunststoffarten unter milden Bedingungen in ihre Monomere zu zersetzen und so hochwertige Recyclingstoffe zu schaffen. Die öffentliche Wahrnehmung von "plastikfressenden Bakterien" zeigt die Faszination für diese Technologie, birgt aber auch das Risiko überhöhter Erwartungen. Prof. Wolfgang Zimmermann, emeritierter Professor am Institut für Analytische Chemie der Universität Leipzig, hat in seinem Bericht "Biokatalytisches Recycling von Kunststoffen: Fakten und Fiktion" eine Analyse durchgeführt, um die Chancen und Grenzen des biokatalytischen Recyclings realistisch zu klassifizieren. Der Bericht wurde in "Chemical Science" veröffentlicht.