Im Spannungsfeld von Ökonomie und Ökologie
Der Konsum von Textilien in der Europäischen Union steigt seit Jahren kontinuierlich an. Durchschnittlich verbrauchen EU-Bürger*innen heute rund 19 Kilogramm Textilien pro Jahr. Das führt zu hohem Ressourcenverbrauch, Abfall und Umweltbelastungen. Um gegenzusteu-ern, verfolgt die EU eine Strategie für nachhaltige und zirkuläre Textilien. Im Fokus stehen län-gere Nutzungsdauer, Wiederverwendung und Recycling, während Verbrennung und Deponie-rung nur letzte Optionen sein sollen. Ein zentrales Element ist der internationale Handel mit Secondhand-Kleidung. Während hochwertige Stücke in Europa verbleiben, wird der Großteil in Länder mit entsprechenden Märkten exportiert, insbesondere nach Afrika. Dort spielt Second-hand-Kleidung, wie in Kenia, eine wichtige Rolle. Am Beispiel von Humana hat das Swedish Environmental Research Institute untersucht, wie die Wertschöpfungskette von gesammelten Textilien in Europa über Sortierzentren bis zu Märkten in Kenia organisiert ist und welche öko-nomische und ökologische Bedeutung sie für die Kreislaufwirtschaft hat.