DUH-Umfrage: Große Musikfestivals mit massiven Defiziten beim Abfallmanagement

Eine Umfrage der Deutschen Umwelthilfe zeigt: Viele der größten Musikfestivals Deutschlands erzeugen unnötig viel Abfall - durch Einweggeschirr, schlechte Mülltrennung und fehlende Pfandsysteme.

DUH-Umfrage: Große Musikfestivals mit massiven Defiziten beim Abfallmanagement
© KI/Claude SonnetWeggeworfene Einwegbecher auf einer Festivalwiese – ein verbreitetes Bild nach Großveranstaltungen in Deutschland.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat zehn der größten Musikfestivals Deutschlands zu ihrem Abfallmanagement befragt und dabei erhebliche Mängel festgestellt. Die Umfrage, die zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 durchgeführt wurde, erfasste Fusion, Hurricane, Lollapalooza, MS Dockville, Nature One, Parookaville, Rock am Ring, Rock im Park, Southside und Wacken Open Air.

Besonders kritisch bewertet die DUH den Einsatz von Einwegbechern, Getränkedosen und Einwegverpackungen für Speisen. Allein das Festival Parookaville verbrauche laut DUH-Berechnungen an drei Veranstaltungstagen rund 600.000 Einwegbecher, 250.000 Getränkedosen sowie etwa eine halbe Million Einwegartikel für die Essensausgabe. Erste Schritte hin zu Mehrwegverpackungen bei Speisen unternehmen laut Umfrage lediglich Rock am Ring und Rock im Park.

Auch bei der Mülltrennung besteht Handlungsbedarf: Auf neun der zehn Festivals wird der Abfall in öffentlichen Bereichen des Geländes nicht getrennt gesammelt. Nur die Hälfte der befragten Festivals verfügt über ein Müllpfandsystem. Bei den Sanitäranlagen stechen Fusion und MS Dockville positiv hervor, da sie überwiegend Komposttoiletten einsetzen. Beim Wacken Open Air liegt deren Anteil hingegen bei einem Prozent.

Die DUH hat eine Petition gestartet und fordert von den Veranstaltern, vollständig auf Mehrweg umzustellen, eine konsequente Mülltrennung einzuführen und Komposttoiletten als Standard zu etablieren.

Quelle: DUH

Sie können nur auf meine Artikelübersicht zugreifen, wenn Sie angemeldet sind.