Stahlschlacken für kohlenstoffarmen Zement

Der niederländische Stahlhersteller Tata Steel IJmuiden und Ecocem haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung und möglichen Nutzung von Stahlschlacken für kohlenstoffarmen Zement, Mörtel und Beton in Europa auszubauen.

Stahlschlacken für kohlenstoffarmen Zement
© Tata

Im Mittelpunkt stehen zwei Schlackenarten aus der Stahlproduktion, die künftig als alternative Zementbestandteile eingesetzt werden könnten.

Forschung und Entwicklung ausbauen

Die Vereinbarung knüpft an ein bereits laufendes gemeinsames Forschungsprogramm an. Beide Unternehmen wollen weitere technische, wirtschaftliche und regulatorische Möglichkeiten für die Verwertung von Stahlschlacken prüfen, die am Standort IJmuiden anfallen.

Bereits heute arbeiten Tata Steel IJmuiden und Ecocem bei der Nutzung granulierter Hochofenschlacke für die Zement- und Betonherstellung zusammen. Die erweiterte Kooperation konzentriert sich nun auf Schlacken aus Oxygenstahlwerken als alternatives Zementmaterial. Zudem soll die Entwicklung von Schlacken aus Elektrolichtbogenöfen als Zusatzstoff für Zement weiter vorangetrieben werden.

Beitrag zur Dekarbonisierung

Die Zementindustrie steht vor der Herausforderung, ihre Kohlendioxidemissionen deutlich zu senken. Ein wesentlicher Ansatz besteht darin, Klinker als emissionsintensivsten Bestandteil von Zement teilweise durch alternative Materialien zu ersetzen. Stahlschlacken bieten hierfür ein mögliches Potenzial.

Das gemeinsame Projekt verfolgt das Ziel, Schlacken aus Oxygenstahlwerken und Elektrolichtbogenöfen zu Zementbindemitteln oder anderen zementhaltigen Bestandteilen weiterzuentwickeln. Dadurch sollen sowohl die Dekarbonisierung der Zement- und Betonproduktion als auch die Nutzung industrieller Nebenprodukte im Sinne der Kreislaufwirtschaft unterstützt werden.

Mehr Materialoptionen für die Bauwirtschaft

Die Partner wollen neue Verwertungswege für bislang wenig genutzte Nebenprodukte der Stahlindustrie erschließen. Gleichzeitig soll die Verfügbarkeit kohlenstoffarmer Betonlösungen erhöht werden. Planer, Betonhersteller und Bauunternehmen könnten dadurch künftig auf ein breiteres Spektrum alternativer Baustoffe zurückgreifen.

Die Zusammenarbeit zielt außerdem darauf ab, industrielle Wertschöpfungsketten stärker zu schließen und Rohstoffe länger im Wirtschaftskreislauf zu halten. Damit verbinden beide Unternehmen die Entwicklung neuer Baustoffe mit den Anforderungen an Ressourceneffizienz und Klimaschutz.

Fokus auf Kreislaufwirtschaft und Innovation

Mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung bekräftigen Tata Steel IJmuiden und Ecocem ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung neuer Anwendungen für Stahlschlacken. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung der Kreislaufwirtschaft sowie auf der Entwicklung kohlenstoffarmer Lösungen für die europäische Bauindustrie.

Quelle: Tata

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