Europäische Initiative für Berufskleidung-Recycling

Die Rückführung ausgedienter Textilien in den Wertstoffkreislauf gilt als eine der zentralen Herausforderungen der europäischen Kreislaufwirtschaft. Vor diesem Hintergrund engagiert sich Mewa gemeinsam mit dem polnischen Recyclingunternehmen PPHU TUR und weiteren Partnern im europäischen Branchenverband European Textile Services Association (ETSA) für die Entwicklung und Umsetzung von Recyclinglösungen für Berufskleidung.

Europäische Initiative für Berufskleidung-Recycling
© Esther Zillner

Kreislaufwirtschaft beginnt mit langer Nutzung

Die Europäische Union sieht Langlebigkeit, Wiederverwendung, Reparaturfähigkeit und Recycling als grundlegende Prinzipien einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Im Textilsektor spielt insbesondere die Nutzungsdauer von Produkten eine wichtige Rolle. Je länger Textilien verwendet werden, desto geringer fallen Ressourcenverbrauch und Abfallmengen aus.

Das Geschäftsmodell von Textildienstleistern unterstützt diesen Ansatz. Berufs- und Schutzkleidung wird im Rahmen eines Servicekonzepts bereitgestellt, regelmäßig gewaschen, instandgesetzt und erneut ausgeliefert. Durch fachgerechte Pflege und Reparaturen bleiben die Textilien über einen langen Zeitraum im Einsatz und werden mehrfach wiederverwendet. Unternehmen, die Berufskleidung als Dienstleistung beziehen, leisten damit bereits einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.

Recycling von Berufskleidung bleibt anspruchsvoll

Am Ende der Nutzungsphase stellt das Textilrecycling jedoch weiterhin eine technische Herausforderung dar. Hochwertige Berufskleidung besteht häufig aus Mischgeweben und enthält funktionale Komponenten wie Taschen, Verschlüsse oder Reflexelemente. Diese Eigenschaften erhöhen die Leistungsfähigkeit der Produkte während ihrer Nutzung, erschweren jedoch die stoffliche Verwertung.

Vor diesem Hintergrund beteiligt sich Mewa an einer Initiative der ETSA, die das Recycling von Berufskleidung voranbringen soll. Der europäische Branchenverband bündelt die Interessen und das Fachwissen von Textildienstleistern und bringt diese in politische sowie fachliche Diskussionen auf europäischer Ebene ein.

Europäische Zusammenarbeit für das Textilrecycling

Gemeinsam mit PPHU TUR und weiteren europäischen Textildienstleistern arbeitet Mewa an Verfahren, um ausgediente Berufskleidung wieder in den Wertstoffkreislauf einzubinden. Die Textilien werden mechanisch recycelt und anschließend als Rohstoff für andere Anwendungen genutzt. Einsatzbereiche finden sich unter anderem bei Dämmstoffen für das Bauwesen sowie in Produkten für die Automobilindustrie.

Durch die Verwertung entstehen zusätzliche Absatzmöglichkeiten für recycelte Materialien im gewerblichen Umfeld. Gleichzeitig sinkt das Abfallaufkommen aus ausgedienten Textilien.

Forschung für geschlossene textile Kreisläufe

Neben den Aktivitäten im ETSA-Netzwerk beteiligt sich Mewa an weiteren Forschungsprojekten zur Förderung von Recycling und Ressourcenschonung. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Projekts TheKey entwickeln die Projektpartner Verfahren für das chemische Recycling von Mischgeweben.

Ziel des Vorhabens ist es, Polyester- und Baumwollbestandteile voneinander zu trennen und die gewonnenen Fasern künftig als Rohstoff für neue Textilien einzusetzen. Damit soll die stoffliche Verwertung von Textilien erweitert und der Aufbau geschlossener Materialkreisläufe unterstützt werden.

Die Zusammenarbeit von Industrie, Recyclingwirtschaft und Forschungseinrichtungen gilt dabei als wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung einer europäischen Kreislaufwirtschaft im Textilsektor.

Quelle: Mewa

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