Das Unternehmen entwickelt und fertigt Motoren für verschiedene Schredderanwendungen in der Holzindustrie sowie in der Recycling- und Abfallwirtschaft. Zum Portfolio gehören sowohl Kurzschlussläufer- als auch Schleifringläufermotoren für Anwendungen mit hohen mechanischen Belastungen, starken Schwingungen und Stoßbeanspruchungen.
Auslöser für das Projekt war der Ausfall eines vorhandenen Motors. Die betreffende Anlage war ursprünglich für die Zerkleinerung von Mischschrott ausgelegt. Später nutzte der Betreiber sie zur Verarbeitung kompletter Fahrzeugkarosserien. Die dadurch entstehenden starken Vibrationen beeinträchtigten den Kontakt zwischen Kohlebürsten und Schleifringen. In der Folge kam es zu Funkenschlag, Bürstenfeuer und erheblichen Schäden an den Schleifringen.
Anpassungen für hohe Schwingungsbelastungen
Für den Ersatzantrieb passte Menzel den verfügbaren Schleifringläufermotor gezielt an die Einsatzbedingungen an. Das Unternehmen setzte verschleißfeste Kohlebürsten ein und erhöhte die Anzahl der Bürsten. Dadurch vergrößerte sich die Kontaktfläche zur sicheren Stromübertragung auch bei kurzzeitigem Abheben einzelner Bürsten. Zusätzlich kamen Federn mit höherem Anpressdruck in den Bürstenhaltern zum Einsatz.
Ergänzend integrierte der Hersteller verschiedene Maßnahmen zur Schwingungsdämpfung und Motorüberwachung. Auf der Antriebsseite installierte er ein Pendelrollenlager, das Stöße aufnehmen und geringe Wellenversätze ausgleichen kann. Diese Auslegung unterstützt einen zuverlässigen Betrieb unter den anspruchsvollen Bedingungen der Schredderanwendung.
Überwachung und Wartung verbessern Verfügbarkeit
Neben der technischen Anpassung des Motors führte Menzel eine Betriebsschwingungsanalyse durch. Das Unternehmen installierte Temperatur- und Vibrationssensoren zur kontinuierlichen Überwachung der Wälzlager und unterstützte den Betreiber bei der Einführung eines Wartungskonzepts.
Im Austausch mit Anlagenbauer und Anwender wurden zudem neue Betriebsrichtlinien definiert. Künftig sollen Fahrzeugkarosserien vor der Aufgabe in den Schredder vorzerkleinert werden. Dies gilt insbesondere für Karosserien von Elektrofahrzeugen, deren verstärkte Unterbodenbereiche im Umfeld der Antriebsbatterie hohe Anforderungen an den Zerkleinerungsprozess stellen.
Hohe Anlaufmomente für Schredderanwendungen
Der eingesetzte Schleifringläufermotor eignet sich insbesondere für Schredderanlagen mit hohen Lastanforderungen. Er stellt bereits aus dem Stillstand ein hohes Anlaufmoment bereit. Dadurch kann der Antrieb beim Start der Anlage oder nach Blockaden häufig auch unter Last anlaufen. In vielen Fällen entfällt damit das vorherige Leerräumen des Schredders.
Nach Angaben des Unternehmens konnte die Verfügbarkeit der Anlage durch die technischen Anpassungen und die begleitenden Maßnahmen verbessert werden.







