Die Weltrohstoffpreise gingen auf US-Dollar-Basis um 4,5 Prozent zurück. In Euro gerechnet betrug der Rückgang 4,3 Prozent. Für den Wechselkurs wird bis Mitte 2026 eine Entwicklung auf rund 1,17 US-Dollar je Euro erwartet.
Stahlproduktion bleibt unter Vorjahresniveau
Die weltweite Rohstahlproduktion lag im April 2026 um 1,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Besonders deutlich fiel der Rückgang in Russland mit 12,4 Prozent sowie in China mit 2,8 Prozent aus. Im Mittleren Osten sank die Produktion um 27,6 Prozent. Ursachen sind unter anderem strukturelle Herausforderungen in China sowie geopolitische Belastungen in mehreren Produktionsregionen.
Andere Märkte verzeichneten dagegen Produktionszuwächse. Deutschland erhöhte seine Rohstahlproduktion im Vergleich zum Vorjahr um 9,5 Prozent und erzielte damit den stärksten Zuwachs unter den zehn größten Stahlproduzenten. Die Vereinigten Staaten und die Türkei folgten mit jeweils 9,4 Prozent. Insgesamt lag die globale Rohstahlproduktion in den ersten vier Monaten des Jahres um 2,0 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Stahlschrott profitiert von hoher Nachfrage
Der Schrottmarkt entwickelte sich im Mai positiv. Die Preise für Stahlaltschrott stiegen um 2,5 Prozent, Stahlneuschrott verteuerte sich um 2,3 Prozent. Treiber waren eine hohe Nachfrage der Stahlwerke im In- und Ausland sowie zusätzliche Exportimpulse aus der Türkei.
Darüber hinaus stützten regulatorische Rahmenbedingungen wie der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) und Importbeschränkungen die Nachfrage nach europäischem Stahl. Gleichzeitig blieb das Schrottangebot begrenzt. Logistische Engpässe und höhere Transportkosten erschwerten die Verfügbarkeit zusätzlich.
Für das dritte Quartal wird zunächst eine stabile Preisentwicklung erwartet. Mit dem saisonalen Nachfragerückgang nach den Sommerferien könnte anschließend leichter Preisdruck entstehen.
Uneinheitliche Entwicklung bei Stahl und Vormaterialien
Die Stahlpreise entwickelten sich im Mai unterschiedlich. Warmbreitband verbilligte sich um 2,0 Prozent, verzinkte Bleche um 0,7 Prozent. Walzdraht verteuerte sich dagegen um 3,7 Prozent.
Die Eisenerzpreise stiegen leicht von rund 102 auf 103 US-Dollar je Tonne. Trotz höherer Lagerbestände blieb der Markt aufgrund einer stabilen Nachfrage innerhalb und außerhalb Chinas weitgehend ausgeglichen. Kokskohle verteuerte sich gegenüber dem Vormonat um 2,8 Prozent auf rund 238 US-Dollar je Tonne. Ausschlaggebend waren Angebotsengpässe sowie Kosten- und Logistikfaktoren.
Für das dritte Quartal 2026 wird mit stabilen bis leicht rückläufigen Stahlpreisen gerechnet. Gründe sind eine saisonal schwächere Nachfrage sowie eine verhaltene Entwicklung der chinesischen Endmärkte.
Aluminiumproduktion regional unterschiedlich
Die globale Primäraluminiumproduktion erreichte in den ersten vier Monaten des Jahres 24,17 Millionen Tonnen und bewegte sich damit nahezu auf Vorjahresniveau. China steigerte seine Produktion um rund 1,6 Prozent. Auch Europa verzeichnete Zuwächse.
Demgegenüber gingen die Produktionsmengen in Afrika um 13,8 Prozent und in der Golfregion um 13,0 Prozent zurück. Im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten reduzierten mehrere Produzenten ihre Kapazitäten. Die Region steht für rund neun Prozent der weltweiten Primäraluminiumproduktion und zählt Europa, die Vereinigten Staaten sowie Japan zu ihren wichtigsten Absatzmärkten.
Aluminiumlager mit gegenläufiger Entwicklung
Die Aluminiumbestände an den internationalen Börsen entwickelten sich unterschiedlich. An der London Metal Exchange (LME) sanken die Lagerbestände bis Ende Mai auf 338.000 Tonnen. Das entspricht einem Rückgang von rund 34 Prozent seit Jahresbeginn. Damit erreichten die Vorräte den niedrigsten Stand seit September 2022.
An der Shanghai Futures Exchange (SHFE) zeigte sich dagegen ein gegenteiliger Trend. Dort stiegen die Bestände seit Jahresbeginn um nahezu 300 Prozent auf 516.000 Tonnen.
Kupfermarkt mit wachsendem Überangebot
Die weltweite Kupferminenproduktion blieb im ersten Quartal 2026 nahezu unverändert. Rückgänge bei der klassischen Konzentratproduktion von 1,1 Prozent wurden durch Zuwächse von 3,3 Prozent beim SX-EW-Verfahren weitgehend ausgeglichen.
Regional verlief die Entwicklung unterschiedlich. In Chile sank die Produktion um 5,8 Prozent. Besonders stark fiel der Rückgang in Indonesien aus, wo Produktionsstörungen im Grasberg-Bergwerk zu einem Minus von 42 Prozent führten. Auch in Teilen der Demokratischen Republik Kongo verringerte sich die Förderung. Peru erhöhte seine Produktion um 3,3 Prozent, während die Mongolei durch neue Projektkapazitäten ein Wachstum von rund 36 Prozent verzeichnete.
Die globale Raffinadeproduktion bleibt stark konzentriert. China und die Demokratische Republik Kongo stehen zusammen für rund 60 Prozent der weltweiten Produktion.
Hohe Lagerbestände prägen den Markt
Die Kupferbestände an der LME gingen im Mai um rund ein Prozent auf 390.000 Tonnen zurück. An der SHFE sanken die Lagerbestände um zwölf Prozent auf 176.400 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr lagen die Bestände beider Börsen zusammen dennoch um 121 Prozent höher.
Auch an der Comex setzte sich der Lageraufbau fort. Ende Mai beliefen sich die Bestände auf rund 642.000 Tonnen. Im Vorjahr lagen sie noch unter 100.000 Tonnen.
Die Versorgungslage gilt damit derzeit als komfortabel. Die an den Börsen gelagerten Mengen entsprechen etwa dem weltweiten Bedarf von 16 Tagen. Im ersten Quartal 2026 weitete sich das Überangebot am Kupfermarkt auf 396.000 Tonnen aus. Im Vorjahreszeitraum hatte es 135.000 Tonnen betragen.
Kupferpreis steigt trotz Überangebot
Der Kupferpreis legte im Mai durchschnittlich um 4,3 Prozent zu. Ausschlaggebend waren Sorgen um die langfristige Angebotsentwicklung, Unterschiede zwischen Minen- und Raffinadeproduktion sowie steigende Nachfrageerwartungen.
Mit Schwankungen von rund 1.100 US-Dollar je Tonne innerhalb eines Monats zeigte sich der Markt weiterhin volatil. Langfristige Nachfrageimpulse kommen insbesondere aus der Elektrifizierung, dem Ausbau erneuerbarer Energien und dem zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Gleichzeitig bleibt die Angebotsseite herausfordernd. Sinkende Erzgehalte und begrenzte Kapazitätsausweitungen könnten die Versorgung künftig erschweren. Für das dritte Quartal 2026 wird eine Preisbewegung von rund 1.500 US-Dollar je Tonne um die Marke von 13.500 US-Dollar je Tonne erwartet.







