Nahost-Konflikt belastet Kunststoffindustrie

Die Eskalation im Nahen Osten belastet die Kunststoff verarbeitende Industrie in Deutschland zunehmend. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des pro-K Industrieverbandes unter seinen Mitgliedsunternehmen.

Nahost-Konflikt belastet Kunststoffindustrie
© KI/ChatGPT

Die Ergebnisse verdeutlichen die wirtschaftlichen Folgen geopolitischer Spannungen für die Branche. Vor allem steigende Rohstoff-, Energie- und Transportkosten sowie Unsicherheiten in den Lieferketten setzen die Unternehmen unter Druck.

Mehr als vier von fünf befragten Unternehmen geben an, von den aktuellen Entwicklungen stark oder sehr stark betroffen zu sein. Kein Unternehmen sieht sich vollständig unbeeinträchtigt. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Margen, während die Unternehmen ihre Lieferfähigkeit aufrechterhalten müssen.

Rohstoff- und Transportkosten steigen deutlich

Besonders stark wirken sich die Entwicklungen auf die Beschaffungskosten aus. Nahezu alle Unternehmen berichten von höheren Rohstoff- und Transportkosten. Bei mehr als 70 Prozent der Befragten sind diese Kosten nach eigenen Angaben deutlich gestiegen. Auch die Energiekosten haben sich für die Mehrheit der Unternehmen erhöht.

Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf Preissteigerungen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen meldet längere Lieferzeiten sowie eine verschlechterte Kalkulations- und Planungssicherheit. Zudem beobachten zahlreiche Betriebe eine rückläufige Nachfrage.

Versorgungssicherheit bleibt kritisch

Die Versorgung mit Rohstoffen bewerten die meisten Unternehmen als angespannt. Zwar ist die Belieferung vielfach weiterhin sichergestellt, dennoch wächst die Sorge vor weiteren Störungen entlang der Lieferketten.

Die Branche hat in den vergangenen Jahren auf Krisen reagiert und ihre Lieferketten widerstandsfähiger gestaltet. Dennoch nehmen die Unsicherheiten nach Einschätzung vieler Unternehmen weiter zu.

Unternehmen reagieren mit Gegenmaßnahmen

Um die zusätzlichen Belastungen abzufedern, haben zahlreiche Unternehmen bereits Maßnahmen eingeleitet. Dazu zählen vor allem Preisanpassungen gegenüber Kunden. Darüber hinaus bauen viele Betriebe ihre Lagerbestände aus oder suchen nach alternativen Rohstoffen und Beschaffungsquellen.

Die Umfrage zeigt jedoch auch langfristige Folgen. Bereits jedes dritte Unternehmen verschiebt Investitionen. Dies könnte die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe beeinträchtigen und den Umbau hin zu einer ressourceneffizienten Industrie verlangsamen.

Kostenweitergabe nur eingeschränkt möglich

Die Weitergabe der gestiegenen Kosten an Kunden gelingt vielen Unternehmen nur teilweise. Rund drei Viertel der Befragten können höhere Ausgaben zumindest teilweise kompensieren. Gleichzeitig nehmen Preisverhandlungen zu. Erste Unternehmen berichten zudem von Projektverschiebungen und rückläufigen Auftragseingängen.

Vor diesem Hintergrund sieht die Branche Handlungsbedarf bei der Sicherung der Rohstoffversorgung. Als wichtiger Ansatz gilt die stärkere Diversifizierung von Rohstoffquellen. Zudem gewinnt die Kreislaufwirtschaft an Bedeutung, um die Versorgung mit Sekundärrohstoffen zu stärken und die Abhängigkeit von internationalen Rohstoffmärkten zu verringern.

Quelle: Pro-K

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