Öffentliche Beschaffung als Hebel

Die Circular Valley Stiftung bewertet das von der Bundesregierung vorgestellte Aktionsprogramm zur Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie als wichtigen Schritt für den Ausbau zirkulärer Wertschöpfungsketten.

Öffentliche Beschaffung als Hebel
© KI/ChatGPT

Das Programm setzt Impulse für Investitionen und Innovationen und soll die Transformation hin zu einer ressourcenschonenden Wirtschaftsweise unterstützen. Aus Sicht der Stiftung bleibt jedoch insbesondere bei der öffentlichen Beschaffung weiteres Potenzial ungenutzt, um die Nachfrage nach Recyclingmaterialien und Sekundärrohstoffen zu stärken.

Öffentliche Beschaffung als Markttreiber

Die öffentliche Hand investiert jährlich hohe Summen in Infrastruktur, Bauprojekte und Beschaffungsvorhaben. Insbesondere im Straßen-, Schienen- und Hochbau könnte sie eine wichtige Rolle bei der Entwicklung stabiler Absatzmärkte für Recyclingmaterialien übernehmen. Eine stärkere Berücksichtigung von Sekundärrohstoffen in öffentlichen Ausschreibungen könnte Unternehmen zusätzliche Planungssicherheit bieten und Investitionen in Kreislaufwirtschaft und Recycling fördern.

Die Stiftung verweist darauf, dass eine verlässliche Nachfrage eine zentrale Voraussetzung für den Ausbau zirkulärer Wertschöpfungsketten darstellt. Während das Aktionsprogramm zahlreiche Maßnahmen auf der Angebotsseite adressiert, bleibt die Nachfrageseite aus ihrer Sicht ausbaufähig.

Begründungspflicht für den Materialeinsatz

Als möglichen Ansatz nennt die Stiftung eine Begründungspflicht für öffentliche Auftraggeber. Demnach könnten diese verpflichtet werden, nachvollziehbar darzulegen, weshalb bei gleicher technischer Eignung keine Recyclingmaterialien oder Sekundärrohstoffe zum Einsatz kommen.

Eine solche Regelung würde keine verbindlichen Einsatzquoten vorgeben. Sie könnte jedoch dazu beitragen, bestehende Möglichkeiten systematisch zu prüfen und den Einsatz zirkulärer Materialien stärker in Planungs- und Beschaffungsprozesse einzubeziehen. Gleichzeitig könnten praktische Hürden, bestehende Vorbehalte sowie erfolgreiche Anwendungsbeispiele transparenter werden.

Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik

Mit Blick auf die weitere Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie sieht die Stiftung die Möglichkeit, diesen Aspekt künftig stärker zu berücksichtigen. Entscheidend sei ein intensiver Austausch zwischen Unternehmen, öffentlichen Auftraggebern, Wissenschaft und Politik, um bestehende Potenziale schneller in die Praxis zu überführen.

Nach Einschätzung der Stiftung erfordert eine funktionierende Kreislaufwirtschaft neben Innovationen und Investitionen auch stabile Absatzmärkte für Recyclingmaterialien. Die öffentliche Beschaffung könne dabei eine wichtige Rolle spielen und zusätzliche Nachfrageimpulse für Sekundärrohstoffe schaffen.

Quelle: Circular Valley

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