Wenn Recycling den CO2-Fußabdruck vergrößert

Die Goldgewinnung ist extrem ressourcen- und energieintensiv, während zugleich die Menge an Elektro- und Elektronik-Altgeräten (WEEE) weltweit stark wächst. WEEE enthält hochkonzentrierte Goldvorkommen und bietet damit großes Potenzial für Urban Mining und die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft. Industriell dominiert dabei die pyrometallurgische Aufbereitung in Kupferhütten, bei der Kunststoffe im Material als Energieträger dienen. Diese Technik ist etabliert, verursacht jedoch erhebliche fossile CO₂-Emissionen, was ihre Dekarbonisierung erschwert. Daraus ergibt sich ein Zielkonflikt zwischen steigenden Recyclingquoten und Klimaschutz. Die Studie „Climate change vs. circular economy: Challenges of the most common route for recycling gold from WEEE" deutscher Wissenschaftler analysiert mittels Lebenszyklusanalyse die Klimabilanz dieser Recyclingroute und prüft Szenarien zur Minderung der Treibhausgasemissionen, um technologische und systemische Lösungsansätze zu identifizieren. Die Studie wurde in „Sustainability" veröffentlicht.