Michael Brunn
Chefredakteur

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Die Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe ist politisch festgelegt, technologisch fortschrittlich und gesellschaftlich akzeptiert, und dennoch bleibt ihr Erfolg begrenzt. Zwischen ehrgeizigen Zielen und der operativen Realität der Abfall- und Recyclingbranche besteht eine strukturelle Kluft. Der Artikel "Decoding the barriers for a circular plastics industry: An equation framework" eines schwedischen Wissenschaftlers zeigt, warum bekannte Barrieren noch nicht überwunden wurden, warum einzelne Maßnahmen zu nichts führen und welche systemischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Kunststoffkreisläufe tatsächlich funktionieren. Der Artikel wurde in der Fachzeitschrift "Nachhaltige Produktion und Konsum" veröffentlicht.

Digitalisierung, künstliche Intelligenz und der fortlaufende Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft verändern weltweit Geschäftsmodelle, Produktionsprozesse und Berufsprofile. Der Bericht "Future of Jobs" des Weltwirtschaftsforums zeigt, wie sehr sich der Arbeitsmarkt bis 2030 verändern wird.

Die Dekarbonisierung der Industrie ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Volkswirtschaften. Während energieintensive Primärindustrien stark unter Druck stehen, sich zu transformieren, zeigt der Bericht der British Metals Recycling Association "Recycling Today for a Greener Tomorrow: a Roadmap to Net Zero for the UK Metals Recycling Industry", dass der Metallrecyclingsektor des Landes ein strategischer Hebel für eine klimaneutrale Industriepolitik sein kann.

Recycling war schon lange mehr als nur Abfallrecycling. Mit immer strengeren regulatorischen Anforderungen, steigenden Recyclingquoten und dem Druck, zu dekarbonisieren, verändert sich die Rolle der Branche grundlegend. Was gebraucht wird, sind nicht nur effiziente Prozesse, sondern auch die Fähigkeit, funktionierende zirkuläre Ökosysteme aufzubauen und zu steuern. Die Studie "A dynamic capabilities framework for building circular ecosystems by focal firms" von spanischen und brasilianischen Forschern zeigt, welche strategischen Kompetenzen Unternehmen dafür benötigen und warum insbesondere Recyclingunternehmen eine Schlüsselrolle in diesem Prozess spielen können.

Ein EU-Bericht zeigt, dass mehrere Mitgliedstaaten bereits die SUP-Sammelziele für Getränkeflaschen erreichen, wobei Pfandsysteme zu hohen Sammelraten beitragen.

In den letzten 34 Jahren wurde die Reduzierung der EU-Treibhausgasemissionen durch die Ausweitung erneuerbarer Energien, den Wandel zu weniger kohlenstoffintensiven Brennstoffen, Verbesserungen der Energieeffizienz und strukturelle wirtschaftliche Veränderungen vorangetrieben. Die meisten Mitgliedstaaten trugen zum allgemeinen Rückgang bei.

Ein Bericht im Auftrag von Zero Waste Europe hat untersucht, ob die Aufnahme der Abfallverbrennung in das EU-ETS die Deponienutzung erhöht, und kommt zu dem Schluss, dass regulatorische und wirtschaftliche Faktoren die Umleitungsrisiken begrenzen.

Neue MSW-Aufbereitung in Linköping verarbeitet bis zu 200.000 Tonnen jährlich und steigert die Rückgewinnung von Wertstoffen durch automatisierte Sortiertechnik.

EnvironTec liefert Biogas-Technologie für die Kläranlage Las Esclusas in Ecuador. Projekt stärkt Abwasserreinigung und Energiegewinnung in Guayaquil.

Auch in diesem Jahr bereicherte Dr. Andreas Bruckschen, stv. Hauptgeschäftsführer des BDE, als Gastreferent mit seinem Bericht zu aktuellen Branchenthemen beide Versammlungen. Den Schwerpunkt seiner Ausführungen bildete das VerpackDG. Während einzelne Aspekte darin richtige Impulse für eine stärkere Kreislaufwirtschaft setzen, warnt der BDE vor Regelungen, die teilweise über die europäischen Vorgaben hinausgehen, etablierte Marktstrukturen gefährden und dringend notwendige Investitionssicherheit untergraben.