Michael Brunn
Chefredakteur

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Sozusagen in letzter Minute hat die Bundesregierung ihr „Klimaschutzprogramm 2026" vorgelegt. Das Programm musste spätestens 12 Monate nach Aufnahme der Regierungsgeschäfte vorgelegt werden. Herausgekommen ist erwartungsgemäß ein bunter Strauß an Maßnahmen. Ob die alle greifen werden, ist allerdings vor allem aufgrund der sonstigen Politik der Bundesregierung mehr als fraglich.

Anlass ist nach Angaben des Verbandes die wirtschaftlich angespannte Lage der Kunststoff verarbeitenden Industrie in Deutschland. Als zentrale Belastungsfaktoren nennt pro-K eine aus seiner Sicht unausgewogene Regulierung, hohe Energiekosten und zunehmende geopolitische Risiken.

Mit dem Zero Pollution Action Plan verfolgt die Europäische Union das Ziel, Umweltverschmutzung bis 2050 auf ein für Mensch und Natur unschädliches Niveau zu reduzieren. Die von der Europäischen Kommission vorgelegte Halbzeitbewertung zeigt, dass in einzelnen Bereichen bereits deutliche Fortschritte erzielt wurden, zugleich aber strukturelle Defizite in Umsetzung, Governance und Politikintegration fortbestehen.

Die europäische Gesetzgebung sieht die verbindliche Einführung einer erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien vor. Die Bundesregierung will diese Vorgabe mit einem deutschen Textilgesetz erfüllen. Mit dem Positionspapier „Eckpunkte zur Einführung einer erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien" hat das BMUKN nun einen ersten Vorschlag zur konkreten Umsetzung gemacht.

Der vom Weltwirtschaftsforum vorgestellte Bericht "Nature Positive: Role of the Technology Sector" positioniert die Digital- und Technologiebranche als potenziell Schlüsselakteure beim Schutz der Biodiversität und natürlichen Ressourcen. Der Bericht ist in die internationale "Nature Positive"-Erzählung eingebettet, die seit dem Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework zunehmend als Leitprinzip für Wirtschaft und Politik dient. Laut dem Bericht sollte der Technologiesektor nicht nur seine eigenen Umweltbelastungen verringern, sondern auch durch Digitalisierung, Datenverfügbarkeit und Effizienzgewinne zur ökologischen Transformation anderer Branchen beitragen. Diese Perspektive ist ehrgeizig - und von unmittelbarer Bedeutung für die Kreislauf- und Abfallwirtschaftsbranche.

Die Produktion von Informations- und Kommunikationstechnologien erzeugt hohe Treibhausgasemissionen, während die Nutzungsdauer vieler Geräte immer kürzer wird. Die von Fraunhofer Umsicht durchgeführte Studie "Treibhausgaseinsparungen durch die Wiederverwendung ausgewählter IKT-Geräte" verwendet eine Lebenszyklusanalyse, um zu untersuchen, inwieweit die Wiederverwendung und Aufrüstung von Smartphones, Tablets, Laptops und Desktop-PCs zur Reduzierung dieser Emissionen beitragen kann.

Die zunehmenden Mengen an abfallenden elektrischen und elektronischen Geräten stellen weltweit erhebliche Herausforderungen für politische Entscheidungsträger, Unternehmen und Abfallmanagementsysteme dar. Eine effektive Kreislaufwirtschaft erfordert, dass sowohl formale als auch informelle Materialflüsse transparent erfasst und quantifiziert werden. Anhand der Niederlande als Beispiel analysiert die Studie "Improving WEEE monitoring: insights from the Netherlands" von niederländischen Wissenschaftlern, wie ein nahezu geschlossenes Überwachungssystem für WEEE eingerichtet werden kann, welche Datenlücken noch bestehen und welche Maßnahmen geeignet sind, um die Aufzeichnung informeller Flüsse in Zukunft zu verbessern. Die Studie wurde in der Zeitschrift "Resources, Conservation & Recycling" veröffentlicht.

Japan gilt als Pionier im Bereich Recycling mit hoher technischer Kompetenz und ausgeprägter Effizienz. Aber wie entwickelt sich das Modell der Kreislaufwirtschaft dort über das konventionelle Recycling hinaus? Die Studie "Circular business models in Japan: Analysis of circular business transformation through an institutional approach", durchgeführt von Forschern aus den Niederlanden und Japan, zeigt, dass die Transformation weniger disruptiv und vielmehr kooperativ ist. Die Studie wurde in der Zeitschrift "Sustainable Production and Consumption" veröffentlicht.

Globale Lieferketten schwächeln, die Rohstoffpreise schwanken stark und die regulatorischen Anforderungen werden immer strenger. Unter diesen Bedingungen werden lineare Geschäftsmodelle, die auf konstantem Ressourcenverbrauch und kurzen Produktzyklen basieren, zunehmend zu einem wirtschaftlichen Risiko. Der von Circle Economy veröffentlichte Bericht "Mitigating linear risks" zeigt, dass zirkuläre Strategien längst nicht mehr nur ein Nachhaltigkeitsthema sind, sondern zu einem wichtigen Instrument des Risikomanagements werden.

Flexible Kunststoffverpackungen sind materialeffizient, funktional und marktwirtschaftsfördernd, aber auch technisch anspruchsvoll und wirtschaftlich schwer recycelbar. Mehr als die Hälfte aller Kunststoffverpackungen entfallen heute auf flexible Anwendungen, aber bisher waren geschlossene Materialkreisläufe die Ausnahme. Der Bericht "The challenges and solutions for flexible plastic packaging waste" der "Alliance to end plastic waste" zeigt, welche technologischen, infrastrukturellen und regulatorischen Anforderungen erfüllt werden müssen, damit Problemströme zu widerstandsfähigen Wertströmen werden.