
Die Circular Valley Stiftung bewertet das von der Bundesregierung vorgestellte Aktionsprogramm zur Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie als wichtigen Schritt für den Ausbau zirkulärer Wertschöpfungsketten.

Das Bundeskabinett hat das Aktionsprogramm zur Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie beschlossen. Branchenverbände begrüßen den Schritt grundsätzlich, bemängeln aber fehlende Verbindlichkeit, vor allem bei der öffentlichen Beschaffung und beim Markthochlauf für Rezyklate.

Die Treibhausgasemissionen gingen 2025 gegenüber dem Vorjahr lediglich um 0,1 Prozent zurück. Rückgänge in Industrie und Energiewirtschaft wurden durch höhere Emissionen im Gebäude- und Verkehrssektor weitgehend ausgeglichen. Laut den Projektionsdaten 2026 würde das zulässige Emissionsbudget für die Jahre 2021 bis 2030 nur knapp eingehalten. Der Expertenrat kommt jedoch zu einer anderen Bewertung. Nach seiner Einschätzung unterschätzen die Projektionsdaten die tatsächlichen Emissionen bis 2030 um 60 bis 100 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Damit wäre das zulässige Emissionsbudget überschritten.

Bereits zur Eröffnung zeigte sich die politische Bedeutung der Branche. Am Hauptstand des BDE begrüßten Matthias Harms, kommissarischer Präsident, Andreas Bruckschen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer, und Christian Suhl, Geschäftsführer und Leiter der Brüsseler Vertretung, mehrere politische Gäste. Dazu gehörten EU-Kommissarin Jessika Roswall, Bundesumweltminister Carsten Schneider und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber. Auch Stefan Böhme, Präsident des Verbands der Bayerischen Entsorgungsunternehmen, und Geschäftsführer Rüdiger Weiß nahmen teil. Als weiterer Gast war Florian Bilic, Berichterstatter für Kreislaufwirtschaft der CDU-Bundestagsfraktion, vor Ort.

Der Statusbericht Kreislaufwirtschaft macht deutlich: 60 Millionen Tonnen CO2e werden jährlich allein durch das Recycling und den nachfolgenden Einsatz von Sekundärrohstoffen vermieden.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der Diskussionen, Debatten und Artikel über die Kreislaufwirtschaft fast verdreifacht, obwohl die weltweite Kreislaufwirtschaftsquote von 9,1 % auf 7,2 % gesunken ist. Dies geht aus dem Circularity Gap Report 2024 von Circle Economy hervor.
Erstellt wurde der Statusbericht von der Prognos AG und der INFA GmbH mit wissenschaftlicher Beratung durch Prof. Martin Faulstich.