Rohstoffpreise weiter unter geopolitischem Einfluss

Industrierohstoffe dürften aufgrund des verhaltenen globalen Wachstums nur begrenzt nennenswerte Nachfrageimpulse erhalten. Am aktuellen Rand ist dennoch eine moderate zyklische Erholung der globalen Industrieproduktion zu erkennen. Dies sollte die Preise industrienaher Rohstoffe in den verbleibenden Monaten von 2025 zumindest etwas stützen. Überkapazitäten und ein schwaches globales Wachstum verhindern jedoch nennenswerte Preiskorrekturen im Jahr 2026. Denn in China bleibt das Wirtschaftswachstum zwar robust, erreicht jedoch nicht mehr die Dynamik früherer Jahre. Die USA stehen hingegen im Umfeld von Zolleffekten vor einer weiteren Abkühlung. Bereits in der ersten Hälfte von 2025 hat sich die US-Wachstumsdynamik spürbar verlangsamt. So besteht in den kommenden Quartalen sogar die Gefahr einer US-Rezession, was auf den Rohstoffmärkten für kurzfristigen Preisdruck sorgen könnte. Das Prognoserisiko für die Weltkonjunktur und damit für die Industrierohstoffpreise scheint für 2026 eher nach unten gerichtet zu sein. Edelmetalle profitieren in diesem Umfeld hingegen von dem Bedarf nach sicheren Anlagen. Die Abwertung des US-Dollar und Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank bzw. einer eskalierenden Schuldenquote in den USA sowie weltweit wirken sich zusätzlich preisstützend aus.