Runderneuerung von Pkw-Reifen stärkt Kreislaufwirtschaft

Die Allianz Zukunft Reifen bewertet politische Initiativen zur Förderung der Pkw-Reifen-Runderneuerung grundsätzlich positiv. Aus Sicht des Netzwerks kann die Technologie zur Ressourcenschonung, zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und zur Sicherung industrieller Wertschöpfung in Europa beitragen.

Runderneuerung von Pkw-Reifen stärkt Kreislaufwirtschaft
Nach der Ökobilanz Runderneuerung des Fraunhofer-Instituts verursacht die Runderneuerung rund 63 Prozent weniger CO₂-Emissionen als die Neureifenherstellung. Ein runderneuerter Lkw-Reifen emittiert rund 135 kg weniger CO₂ als ein Lkw-Neureifen. 2021 konnten durch runderneuerte Lkw-Reifen in Deutschland rund 114.000 Tonnen CO₂-Emissionen eingespart werden. Copyright: RuLa-BRW.

Umweltpotenziale der Pkw-Reifen-Runderneuerung

Die Runderneuerung gilt als etabliertes industrielles Verfahren zur Verlängerung der Lebensdauer von Reifen. Untersuchungen, unter anderem des Fraunhofer UMSICHT, zeigen deutliche Einsparpotenziale gegenüber der Herstellung von Neureifen. Demnach können bei der Produktion runderneuerter Reifen mehr als 60 Prozent der CO₂-Emissionen vermieden werden. Gleichzeitig sinkt der Bedarf an Rohstoffen um etwa zwei Drittel, während der Energieverbrauch um rund die Hälfte reduziert werden kann.

Vor dem Hintergrund globaler Lieferketten und schwankender Rohstoffmärkte gewinnt die Verlängerung der Produktlebensdauer zunehmend an Bedeutung. Die Nutzung vorhandener Karkassen gilt in diesem Zusammenhang als Beitrag zur Rohstoffsicherung und zur Stärkung industrieller Resilienz in Europa.

Bedeutung stabiler Rahmenbedingungen

Vertreter der Branche verweisen darauf, dass eine funktionierende Kreislaufwirtschaft verlässliche politische Rahmenbedingungen erfordert. Investitionen in Technologien wie moderne Runderneuerungsverfahren, Devulkanisation oder hochwertige mechanische Verwertung seien langfristig angelegt und benötigten entsprechende Planungssicherheit.

Zentral für geschlossene Materialkreisläufe ist die systematische Sammlung und Prüfung gebrauchter Reifen. Die Qualität und Verfügbarkeit geeigneter Karkassen beeinflusst maßgeblich, in welchem Umfang Reifen runderneuert werden können und welche technologischen Entwicklungen in der Branche umgesetzt werden.

Investitionen in Runderneuerungskapazitäten

Auch der AZuR-Netzwerkpartner RIGDON GmbH verweist auf die Bedeutung der Pkw-Reifen-Runderneuerung für die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft. Das Unternehmen erweitert derzeit seine Produktionskapazitäten und investiert unter anderem in eine automatisierte Anlage zur Runderneuerung von Pkw-Reifen.

Das Vorhaben wird im Rahmen des Umweltinnovationsprogramms der Bundesregierung unterstützt. Ziel ist es, industrielle Verfahren zur Verlängerung der Reifenlebensdauer weiterzuentwickeln und damit Ressourcenverbrauch sowie Emissionen entlang der Wertschöpfungskette zu reduzieren.

Rolle der Runderneuerung in der Reifen-Kreislaufwirtschaft

Aus Sicht der Branchenakteure bleibt die Runderneuerung ein zentraler Bestandteil der Kreislaufwirtschaft im Reifensektor. Voraussetzung dafür ist, dass runderneuerungsfähige Karkassen erfasst und wieder in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden.

Die Pkw-Reifen-Runderneuerung wird in diesem Zusammenhang als Möglichkeit betrachtet, Materialkreisläufe zu schließen, Rohstoffe effizienter zu nutzen und industrielle Kapazitäten innerhalb Europas zu stärken.

Quelle: Azur

Michael Brunn

Michael Brunn

Chefredakteur

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