Sortierung biobasierter Kunststoffe verbessern

Der Projektstart erfolgte am 1. Februar 2026. Beim Auftakttreffen in Freiburg legten die Projektpartner die technische und strategische Ausrichtung fest. Die Laufzeit ist bis zum 31. Januar 2028 angesetzt.

Sortierung biobasierter Kunststoffe verbessern
Die Verbundpartner Polysecure, SKZ und Südpack beim Kick-off des Projekts AIDA am 12. Februar 2026 in Freiburg (von links): Dr. Daniel Kirchenbauer (Polysecure), Peter Ryzko (Südpack), Julius Ort (SKZ), Dr. Hermann Achenbach (SKZ), Dr. Christof Stohhöfer (Polysecure), Julia Mann (SKZ) und Dominique Rommerskirchen (Polysecure). Copyright: Polysecure GmbH

Herausforderungen in der Sortierung

Biobasierte Kunststoffe stellen die Kreislaufwirtschaft vor spezifische Anforderungen. Unterschiedliche Materialklassen, variierende chemische Strukturen sowie divergierende Abbaubarkeiten erschweren eine eindeutige Identifikation in bestehenden Sortierprozessen. Gleichzeitig erhöhen regulatorische Entwicklungen wie die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) und die Überarbeitung der Altfahrzeugverordnung den Bedarf an hochwertigen Rezyklaten und einer präziseren Stoffstromtrennung.

In der Praxis werden nicht abbaubare biobasierte Kunststoffe häufig nicht differenziert erfasst und verbleiben in Restfraktionen, die anschließend energetisch verwertet werden.

Technologischer Ansatz im Projekt AIDA

Im Rahmen des Projekts entsteht am Standort der Polysecure GmbH ein Demonstrator im industriellen Maßstab. Grundlage ist die Sort4Circle®-Technologie, bei der Kunststoffabfälle zunächst vereinzelt und anschließend objektbezogen analysiert werden. Ein multisensorisches System ermöglicht die Identifikation und Zuordnung einzelner Materialien in Echtzeit, sodass eine sortenreine Abtrennung erfolgen kann.

Der Versuchstand dient dazu, die technische Umsetzbarkeit und wirtschaftliche Einordnung der Sortierung biobasierter Kunststoffe für verschiedene Anwendungen zu untersuchen. Dazu zählen unter anderem Verpackungen, elektronische Bauteile, medizinische Produkte sowie Anwendungen im Fahrzeug- und Bauwesen.

Wiedereinsatz und Materialkreisläufe

Zur Bewertung der Kreislauffähigkeit werden die im Sortierprozess gewonnenen Materialien durch Südpack zu neuen Verpackungen verarbeitet. Diese werden anschließend hinsichtlich ihrer Eignung für den praktischen Einsatz geprüft. Auf diese Weise soll der Wiedereinsatz biobasierter Kunststoffe entlang definierter Stoffströme nachvollzogen werden.

Einordnung und Förderung

Das Projekt ist auf eine enge Anbindung an industrielle Anwendungen ausgelegt. Die beteiligten Unternehmen bringen bestehende Netzwerke aus Kunststoffverarbeitung, Recycling und Verpackungsentwicklung ein, um die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Markt zu prüfen.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert.

Quelle: SKZ

Michael Brunn

Michael Brunn

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