Faserplattenrecycling im industriellen Maßstab gestartet

Neue Fiber2Fiber-Anlage von Dieffenbacher und Unilin startet in Frankreich. System recycelt Faserplatten im industriellen Maßstab.

Faserplattenrecycling im industriellen Maßstab gestartet
Fiber2Fiber-Anlage am MDF-Produktionsstandort von Unilin in Bazeilles, Frankreich. Copyright: Dieffenbacher

Integration in laufende Produktion

Im Herbst 2025 hat Dieffenbacher gemeinsam mit Unilin die erste industrielle Fiber2Fiber-Anlage am Standort Bazeilles in Betrieb genommen. Die Anlage ist in die MDF-Produktionslinie integriert und erzeugt seitdem Fasern aus recyceltem Faserplattenmaterial unter realen Produktionsbedingungen.

Das System verarbeitet sowohl Produktionsreste als auch Post-Consumer-Materialien, etwa aus dem Sperrmüll. Damit erweitert es die Rohstoffbasis für die Herstellung von mitteldichten Faserplatten (MDF) und reduziert den Einsatz von Frischholz.

Dampfbasierte Fasergewinnung

Kern des Verfahrens ist eine dampfbasierte Aufbereitung. In einem geschlossenen Reaktor werden Faserplattenabfälle ausschließlich mit Wasserdampf behandelt. Durch das anschließende schnelle Entspannen des Drucks zerfallen die Platten in ihre Bestandteile. Die Fasern bleiben dabei strukturell erhalten und können direkt wieder in der Produktion eingesetzt werden.

Die Technologie ermöglicht eine kontinuierliche Rückführung der gewonnenen Fasern in den Herstellungsprozess. Damit weist das Verfahren seine technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit im industriellen Maßstab nach.

Aufbereitung von Post-Consumer-Materialien

Ein zentraler Entwicklungsschwerpunkt lag auf der Verarbeitung gebrauchter Faserplatten. Diese enthalten häufig Verunreinigungen wie mineralische Bestandteile oder Beschichtungen. Die Anlage nutzt dafür eine mehrstufige Reinigung, die unerwünschte Stoffe vor der Weiterverarbeitung entfernt.

Eine integrierte Sichtertechnologie trennt die Faserfraktionen und stellt sicher, dass nur geeignete Materialien in den Produktionsprozess zurückgeführt werden. Dadurch bleibt die Qualität der Endprodukte stabil, auch bei variierenden Eingangsstoffen.

Quelle: Dieffenbacher

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