KI-gestützte Röntgensortierung soll Anlagensicherheit erhöhen

TriPlast erweitert die Sicherheitsausstattung seiner Sortieranlage für Leichtverpackungen im oberösterreichischen Enns. Das Unternehmen integriert eine KI-gestützte Röntgensortierung des Technologieanbieters WeSort.AI, um Lithium-Ionen-Akkus und andere Störstoffe frühzeitig aus dem Materialstrom zu entfernen. Die Vereinbarung wurde auf der Fachmesse IFAT in München geschlossen.

KI-gestützte Röntgensortierung soll Anlagensicherheit erhöhen
© WeSort.AI GmbHVon links nach rechts: Kurt Bernegger (CEO bei Bernegger und Geschäftsführer von TriPlast), Daniel Hayn (Head of Sales & Marketing bei WeSort.AI), Nathanael Laier (CEO & Co-Gründer von WeSort.AI), Michael Buchberger (Betriebsleiter von TriPlast), Jürgen Secklehner (Geschäftsführer von ARAplus und TriPlast), Denis Völler (Managing Director bei Der Grüne Punkt und Geschäftsführer von TriPlast) und Johannes Laier (CEO & Co-Gründer von WeSort.AI) am Stand von WeSort.AI auf der IFAT 2026.

Die Sortieranlage entstand unter der Federführung von Sutco und verarbeitet jährlich rund 100.000 Tonnen Leichtverpackungen aus Deutschland und Österreich. TriPlast ist ein Gemeinschaftsunternehmen der ARA Altstoff Recycling Austria AG, der Bernegger GmbH und der Der Grüne Punkt GmbH. Die Gesamtinvestition in den Standort beläuft sich auf 65 Millionen Euro.

Frühe Erkennung von Störstoffen

Ab September 2026 soll das System X.Sort dauerhaft im Betrieb eingesetzt werden. Die Anlage positioniert die KI-gestützte Röntgensortierung direkt hinter dem Eingabemodul und damit am Beginn des Sortierprozesses. Nach dem Öffnen der Gebinde analysiert das System den Materialstrom mithilfe von Röntgentransmission und künstlicher Intelligenz.

Lithium-Ionen-Akkus sowie elektronische Altgeräte oder deren Bestandteile werden erkannt und mittels Druckluft aus dem Stoffstrom ausgeschleust. Dadurch gelangen potenzielle Gefahrenquellen nicht in die nachfolgenden Prozessschritte der Sortieranlage.

Nach Angaben des Unternehmens lassen sich auf diese Weise durchschnittlich rund 12,5 Kilogramm störstoffhaltiges Material pro Stunde aus dem Materialstrom entfernen. Für den Einsatz in Enns wurde zudem ein erweitertes KI-Modell entwickelt, das auch größere und schwere Fremdkörper erkennen soll. Damit will TriPlast das Risiko mechanischer Schäden an Maschinen und Aggregaten reduzieren.

Fokus auf Brandschutz und Anlagenverfügbarkeit

Die Recyclingbranche sieht sich zunehmend mit Bränden konfrontiert, die durch falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus verursacht werden. Vor diesem Hintergrund ergänzt TriPlast seine bestehenden Sicherheitsmaßnahmen um eine zusätzliche Kontrollstufe zu Beginn des Sortierprozesses.

Neben dem Schutz von Beschäftigten und Anlagentechnik steht auch die Sicherung stabiler Stoffströme im Fokus. Die Anlage in Enns trennt die angelieferten Leichtverpackungen in 24 Fraktionen und versorgt nachgelagerte Recyclingunternehmen mit Sekundärrohstoffen. Ausfälle oder längere Stillstände können sich daher auf die weitere Verwertungskette auswirken.

Die Installation und die Einbindung des Systems in den laufenden Betrieb sind für September 2026 vorgesehen.

Quelle: WeSort.AI

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