Bereits im vergangenen Jahr wurde das Gelände auf mögliche Kampfmittel untersucht. Für das auf Rückbau und Industriedemontagen spezialisierte Familienunternehmen aus Neunkirchen stand anschließend fest, die Beschäftigten während der Arbeiten konsequent aus potenziellen Gefahrenbereichen herauszuhalten. Zum Einsatz kommen ein Cat-Kettenbagger 352 sowie ein Cat 330, die über eine Fernsteuerung bedient werden.
Kampfmittel bleiben Risiko auf Baustellen
Auch Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden bei Bauarbeiten regelmäßig Blindgänger und andere Kampfmittel entdeckt. Solche Funde führen häufig zu Baustillständen, Sperrungen und Evakuierungen. Entsprechend hoch sind die sicherheitstechnischen und wirtschaftlichen Anforderungen an Bau- und Rückbauprojekte in belasteten Bereichen.
Die Fernsteuerung ermöglicht es, Baumaschinen außerhalb des Gefahrenbereichs zu bedienen. Dabei arbeiten die Maschinisten nicht mehr aus der Fahrerkabine, sondern über eine mobile Steuerkonsole mit Sichtkontakt zur Maschine und ausreichendem Sicherheitsabstand.
Schulungen für den Praxiseinsatz
Die Einführung der Technologie erforderte eine gezielte Vorbereitung der Bediener. Gemeinsam mit der Zeppelin-Niederlassung Illingen entwickelte die Ferraro-Gruppe entsprechende Schulungsmaßnahmen. Zunächst wurden zwei Maschinisten für den Einsatz der Fernsteuerung qualifiziert.
Das Unternehmen plant bereits die Ausweitung der Technologie auf weitere Maschinen. Künftig sollen rund 15 zusätzliche Maschinisten geschult werden. Hintergrund sind steigende Anforderungen an den Arbeitsschutz, etwa bei instabilen Bauwerken oder in kontaminierten Bereichen.
Langfristige Investitionsstrategie
Die Entscheidung für den Einsatz der Fernsteuerung fiel im Rahmen eines umfassenden Investitionsprogramms. Dieses umfasst 25 Großbagger, fünf Minibagger sowie verschiedene Anbaugeräte. Die Investition ist Teil der langfristigen Technologiestrategie des Familienunternehmens.
Nach Unternehmensangaben verfügt die Ferraro-Gruppe europaweit über mehr als 350 Maschinen und beschäftigt rund 400 Mitarbeitende. Die aktuelle Beschaffung entspricht etwa acht Prozent des vorhandenen Maschinenbestands.
Präzisionsarbeit beim Rückbau
Der Rückbau der Tiefgarage stellt hohe Anforderungen an Mensch und Maschine. Teile der Konstruktion bleiben erhalten, weshalb verschiedene Trennschnitte erforderlich sind. Einzelne Bauteile werden abgestemmt oder mit Abbruchscheren bearbeitet. Anschließend entfernen die Mitarbeitenden Bewehrungsstahl mithilfe von Magneten und bereiten den Beton für die weitere Verarbeitung auf.
Zusätzliche Herausforderungen ergeben sich durch die Lage der Baugrube. Da angrenzende Hangbereiche als instabil gelten, bietet die Fernsteuerung einen zusätzlichen Sicherheitsgewinn. Nach Angaben des Unternehmens konnte gleichzeitig die Effizienz der Arbeiten um bis zu 15 Prozent gesteigert werden.
Rückbau als Kerngeschäft
Die Ferraro-Gruppe ist seit nahezu fünf Jahrzehnten in den Bereichen Rückbau und Industriedemontage tätig. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen ehemalige Industrieflächen und revitalisiert Brachstandorte.
Zu den aktuellen Projekten zählt die Entwicklung des Areals „Coer“ in Homburg. Auf rund 18 Hektar einer ehemaligen Industriebrache entsteht dort ein neues Stadtquartier mit etwa 500 Wohneinheiten.
Die Unternehmensgruppe sieht ihre langjährige Erfahrung als wesentlichen Erfolgsfaktor und setzt bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsfelder zunehmend auf technische Innovationen und digitale Lösungen.






