Junge Menschen für die Recyclingbranche gewinnen
Das BIR ruft beim Start der Kampagne "Future Recyclists" die Branche dazu auf, junge Talente zu gewinnen und zu binden.

Das BIR ruft beim Start der Kampagne "Future Recyclists" die Branche dazu auf, junge Talente zu gewinnen und zu binden.

Die kommunale Abfallwirtschaft in Österreich rechnet in den kommenden Jahren mit einem steigenden Personalbedarf.

Die Kreislaufwirtschaft gilt als Schlüssel für Ressourcen- und Klimaschutz. Doch sie ist längst auch ein bedeutender Beschäftigungsfaktor. Eine globale Bestandsaufnahme „Employment in the Circular Economy" von Circle Economy, World Bank Group, International Labour Organization und Page zeigt: Bis zu 142 Millionen Menschen arbeiten weltweit in zirkulären Tätigkeiten.

Der Anteil von Stellen mit Bezug zur Green Economy am deutschen Arbeitsmarkt wächst kontinuierlich. Im Jahr 2025 wiesen rund 2,9 Millionen der insgesamt 9,9 Millionen ausgeschriebenen Stellen einen solchen Bezug auf. Das entspricht fast jeder dritten Stelle. 2019 war es noch jede fünfte. Das zeigt eine Analyse des Jobmonitors der Bertelsmann Stiftung, für die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rund 70 Millionen Online-Stellenanzeigen aus den Jahren 2019 bis 2025 ausgewertet hat.

Die Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft stellt Industrie, Bildungseinrichtungen und politische Entscheidungsträger vor weitreichende Herausforderungen. Besonders die chemische Industrie und die Materialwissenschaften spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie schaffen die technologischen und wissenschaftlichen Voraussetzungen, um Materialien effizienter zu nutzen, Produkte langlebiger zu gestalten und Stoffkreisläufe zu schließen. Der Bericht „Jobs and skills for a circular economy: a cross-sector perspective from the chemical and materials science and engineering communities" fasst zentrale Erkenntnisse einer Gemeinschaftsstudie des Institution of Chemical Engineers (IChemE), des Institute of Materials, Minerals and Mining (IOM3) und der Royal Society of Chemistry (RSC) zusammen. Im Mittelpunkt stehen die Veränderungen im Kompetenzbedarf, die Anforderungen an Bildungswege, Schwierigkeiten bei der Fachkräftegewinnung und die politischen Handlungsoptionen.

Digitalisierung, künstliche Intelligenz und der fortlaufende Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft verändern weltweit Geschäftsmodelle, Produktionsprozesse und Berufsprofile. Der Bericht "Future of Jobs" des Weltwirtschaftsforums zeigt, wie sehr sich der Arbeitsmarkt bis 2030 verändern wird.

Wo steht Deutschland in Sachen Kreislaufwirtschaft und wie sieht es mit den europäischen Zielen aus? Die Studie „Kreislaufwirtschafts-Strategien der EU und Deutschlands im Ver-gleich" der Bertelsmann-Stiftung hat den Status quo in Deutschland untersucht. Außer-dem wurde geprüft, ob die deutschen Ziele denen der EU entsprechen.

Digitale Technologien gelten als Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft. Doch neue Daten zeigen: Digitalisierung allein bringt keine nachhaltige Transformation. Erst wenn digitale Teilhabe soziale Sicherheit, politische Stabilität und Generationengerechtigkeit stärkt, steigt die Bereitschaft zur Umsetzung zirkulärer Geschäftsmodelle. Die Studie „Digital Equity as a Catalyst for Circular Economy Transition" von Wissenschaftlern aus Dubai zeigt, warum Circular Economy mehr gesellschaftliche Infrastruktur als technische Innovation braucht.

Der Übergang zu einer zirkulären Textilwirtschaft erfordert neue Formen der Zusammenarbeit und vor allem verlässliche Daten entlang komplexer globaler Wertschöpfungsketten. Digitale Produktpässe gelten dabei als zentrales politisches Instrument, um Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Recyclingfähigkeit von Textilien zu verbessern. Anhand empirischer Einblicke aus dem europäischen Textilrecycling untersucht das Strategiepapier „Digital product passports: The golden thread through textile recycling?" von Pesco-Up, welches Potenzial digitale Produkt- und Materialpässe tatsächlich entfalten können, wo ihre Grenzen liegen und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit sie zu einem wirksamen Enabler datenbasierter Zirkularität werden.

Im Fokus stehen insbesondere Maschinenbediener und Vorarbeiter. Das Schulungsprogramm umfasst einen 72-stündigen Lehrgang, der theoretische Inhalte mit praktischen Anwendungen kombiniert. Für die Ausbildung stellt Erema eine Recyclinganlage des Typs Intarema 605 TE mit einer Verarbeitungskapazität von 50 bis 100 Kilogramm pro Stunde zur Verfügung. Dadurch erfolgt die Qualifizierung unter realitätsnahen Bedingungen der industriellen Praxis.