Verwertung von Hausmüllverbrennungsasche in technischen Bauwerken nimmt zu

Der Bundesverband Mineralische Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Entsorgung (BMKE) sowie die Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen (ITAD) haben die Ergebnisse ihrer vierten gemeinsamen Branchenumfrage zur Aufbereitung und Verwertung von Hausmüllverbrennungsasche veröffentlicht.

Verwertung von Hausmüllverbrennungsasche in technischen Bauwerken nimmt zu
© ITAD

Die Erhebung für das Berichtsjahr 2024 zeigt einen Anstieg der stofflichen Verwertung in technischen Bauwerken. Gleichzeitig bleibt die Deponierung der wichtigste Entsorgungsweg.

Vollständige Erfassung der Aufbereitungsanlagen

Für die Untersuchung werteten die Verbände Daten aller 39 bekannten Schlackeaufbereitungsanlagen in Deutschland aus. Grundlage war ein branchenspezifischer Fragebogen, der sowohl mineralische Stoffströme als auch die Rückgewinnung von Metallen aus Rostaschen der thermischen Behandlung von Siedlungs- und Gewerbeabfällen erfasste. Berücksichtigt wurden Müllverbrennungsanlagen sowie Ersatzbrennstoffkraftwerke mit Rostfeuerung.

Metallrückgewinnung auf konstant hohem Niveau

Die Auswertung bestätigt die anhaltend hohe Rückgewinnung von Metallen aus Hausmüllverbrennungsasche. Die aufbereiteten Metallschrotte leisten einen Beitrag zur Rohstoffversorgung und reduzieren den Bedarf an Primärrohstoffen. Dadurch lassen sich Emissionen vermeiden, die bei der Gewinnung und Verarbeitung neuer metallischer Rohstoffe entstehen würden.

Die Verbände gehen davon aus, dass das Ressourcenpotenzial der Rostaschen auch in den kommenden Jahren auf einem vergleichbaren Niveau verfügbar bleibt. Vor diesem Hintergrund sehen sie weiterhin Handlungsbedarf bei den rechtlichen Rahmenbedingungen, um die stoffliche Nutzung der enthaltenen Wertstoffe auszubauen.

Verwertung in technischen Bauwerken legt zu

Ein Schwerpunkt der Erhebung lag auf der Entwicklung der Verwertung mineralischer Fraktionen in technischen Bauwerken. Dabei stand insbesondere die Wirkung der Ersatzbaustoffverordnung im Fokus. Die Ergebnisse zeigen, dass die Verwertungsquote innerhalb von zwei Jahren deutlich gestiegen ist. Während 2022 rund 13 Prozent der Hausmüllverbrennungsasche in technischen Bauwerken eingesetzt wurden, lag dieser Anteil 2024 bereits bei etwa 25 Prozent.

Die Entwicklung deutet auf eine zunehmende Akzeptanz von aufbereiteter Hausmüllverbrennungsasche als Sekundärbaustoff hin. Insbesondere im privaten Bereich verzeichnen die Anlagenbetreiber eine höhere Nachfrage.

Deponierung dominiert weiterhin

Trotz der positiven Entwicklung bei der Verwertung bleibt die Deponierung der dominierende Entsorgungsweg. Mehr als 70 Prozent der anfallenden Hausmüllverbrennungsasche werden weiterhin verwertet oder beseitigt, indem sie auf Deponien eingebaut oder abgelagert werden.

Die Verbände sehen darin ein erhebliches Potenzial für eine stärkere Kreislaufführung mineralischer Stoffströme. Aus ihrer Sicht könnten zusätzliche Einsatzmöglichkeiten für qualitätsgesicherte Sekundärbaustoffe dazu beitragen, den Anteil der stofflichen Verwertung weiter zu erhöhen.

Öffentliche Auftraggeber als wichtiger Hebel

Nach Einschätzung der Branche hat die Ersatzbaustoffverordnung die Nachfrage nach Hausmüllverbrennungsasche als Baustoff positiv beeinflusst. Gleichzeitig sehen die Verbände bei öffentlichen Auftraggebern noch Entwicklungspotenzial. Sie fordern eine stärkere Berücksichtigung von Recyclingbaustoffen und anderen Rezyklaten bei öffentlichen Ausschreibungen und Bauvorhaben, um die Kreislaufwirtschaft im Bausektor weiter zu stärken.

Quelle: ITAD, BMKE

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