Michael Brunn
Editor-in-Chief

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Die internationale Recyclingbranche traf sich Anfang Juni auf dem Weltkongress des Bureau of International Recycling (BIR) in Göteborg, Schweden.

Energieintensive Industrien stehen im Zentrum der europäischen Klima-, Umwelt- und Industriepolitik.

Falsche Mülltrennung behindert hochwertiges Recycling in Europa erheblich. Die EU strebt mit der Packaging and Packaging Waste Regulation erstmals einheitliche Symbole an.

Lebensmittelabfälle entstehen zu einem Großteil in privaten Haushalten. Dort liegen erhebliche Potenziale für die Abfallvermeidung. Die Feldstudie „Sharing to prevent waste: The effectiveness of an intervention encouraging food sharing" niederländischer Wissenschaftler*innen belegt einen positiven Effekt: Eine einfache Kombination aus Informationsleitfaden und Erinnerungssticker erhöht die Weitergabe von Lebensmitteln signifikant und verkürzt Lagerungsprozesse. Das Fachjournal „Resources, Conservation & Recycling" veröffentlichte die Studie.

Laut der Studie „Transforming textile waste into materials using fungi"könnten textile Abfallströme künftig nicht mehr primär als Entsorgungsproblem, sondern als Rohstoffbasis für neue Verbundwerkstoffe betrachtet werden. Forschende der Universität Wien und der Estonian University of Life Sciences haben nachgewiesen, dass Pilzmyzelien Altkleider zu belastbaren Laminatstrukturen verbinden können, deren mechanische Eigenschaften deutlich über bisherigen Myzelwerkstoffen liegen. Die Studie wurde in „Resources, Conservation & Recyc-ling" veröffentlicht.

Erneuerbarer Kohlenstoff gilt als ein Schlüssel, um die Kunststoff- und Chemieindustrie von fossilen Rohstoffen zu befreien. Damit bildet er zugleich eine wichtige Grundlage für die Zukunft der Recyclingwirtschaft. Aktuelle EU-Regelwerke setzen Hürden für bio-basierte Rohstoffe, für die Nutzung von CO₂ und für neue Recyclingmethoden. Die Analyse „Policy barriers for renewable carbon uptake" der Renewable Carbon Initiative zeigt, wo regulatorische Regelungen Investitionen bremsen.

Mit der Novellierung der Industrieemissionsrichtlinie rücken Deponien erneut in den Fokus europäischer Umweltpolitik. Der aktuelle Stand der Technik zeigt: Moderne Anlagen leisten bereits heute einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Gleichzeitig bestehen weiterhin erhebliche Potenziale, insbesondere bei Altdeponien. Die Studie „Stand der Technik der Abfallablagerung auf Deponien in Deutschland und deren Beitrag zum Klimaschutz zur Vorbereitung der Arbeiten für ein BVT-Merkblatt Deponien" von IFAS und HiiCCE im Auftrag des Umweltbundesamts präsentiert eine umfassende Bestandsaufnahme und zeigt, welche technischen und regulatorischen Entwicklungen die Branche künftig prägen werden.

Der Einsatz von Faserverbundwerkstoffen wächst weltweit rasant. Doch mit der steigenden Produktion nehmen auch Energieverbrauch, Materialverluste und Abfallmengen deutlich zu. Die Studie "Mapping the global flow of fiber-reinforced polymer composites and supply chain energy requirements" amerikanischer Wissenschaftler*innen zeigt im Detail, wie viel Energie die Herstellung von Composites tatsächlich benötigt, wo entlang der Lieferkette große Mengen Produktionsabfälle entstehen und warum Recycling bislang nur eine Nebenrolle spielt. Die Studie wurde in „Resources, Conservation & Recycling" veröffentlicht.

Die Entwicklung des deutschen Getränkemarktes zeigt, dass die Mehrwegquote trotz gesetzlicher Zielvorgaben weiterhin deutlich unter den Erwartungen bleibt.

Lebensmittelverluste verursachen entlang der globalen Lieferketten enorme wirtschaftliche und ökologische Schäden. Die Studie „Making the invisible visible" von Avery Dennison kommt zu dem Ergebnis, dass allein im Einzelhandel und in der vorgelagerten Lieferkette jährlich wirtschaftliche Verluste in Höhe von rund 540 Milliarden US-Dollar entstehen. Neue digitale Technologien versprechen mehr Transparenz über Bestände, Haltbarkeit und Warenströme.