Michael Brunn
Editor-in-Chief

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Die deutsche Industrie soll bis 2045 klimaneutral werden. Das setzt einen Verzicht auf fossile Rohstoffe voraus. Bei der Energieversorgung sei dies möglich, allerdings seien einige Industriezweige auch in Zukunft auf kohlenstoffhaltige Rohstoffe angewiesen. Hier stehen als Alternativen Sekundärrohstoffe, Biomasse und CO2 zur Verfügung. Bisher wird davon vor allem Biomasse genutzt. In4climate.NRW hat untersucht, wie eine effiziente stoffliche Nutzung von Ressourcen in der produzierenden Industrie erfolgen kann.

Lebensmittelabfälle sind eines der größten ungelösten Probleme der europäischen Abfallwirtschaft. Trotz klarer politischer Ziele und der Pflicht zur getrennten Bioabfallsammlung bleibt ein Großteil des organischen Abfalls im Restmüll. Die Studie „The case for Extended Producer Responsibility for food products" von Zero Waste Europe und dem Bio-based Industries Consortium bringt ein Instrument ins Spiel, das in anderen Abfallströmen längst etabliert ist: die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR).

Kreislaufwirtschaft gilt als Schlüssel für Ressourcenschonung, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. Entscheidend ist jedoch, ob sich daraus bereits heute belastbare wirtschaftliche Vorteile für Unternehmen ableiten lassen.

Die Kenntnis der Kathodenchemie entscheidet zunehmend über die Effizienz moderner Recyclingprozesse. Die bisherige Praxis, heterogene Batterien gemeinsam zu verarbeiten, führt zu komplexen Stoffströmen und sinkender Metallausbeute. Die Studie „Identification of waste lithium-ion battery cell chemistry for recycling" finnischer Wissenschaftler zeigt, dass neue Diagnoseverfahren wie die Incremental Capacity Analysis erstmals eine nicht destruktive Vorsortierung ermöglichen können. Die Studie wurde in „Waste Management" veröffentlicht.

Ende Juni hat das BMUKN einen Referentenentwurf zur Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes vorgelegt.

Die globalen Klimadaten der Weltorganisation für Meteorologie für 2025 zeigen eine deutliche Beschleunigung zentraler Trends von steigenden Treibhausgaskonzentrationen über Rekordtemperaturen bis hin zu einem wachsenden Energie-ungleichgewicht im Erdsystem. Diese Entwicklungen bleiben nicht ohne Folgen für industrielle Wertschöpfungsketten.

Das Diskussionspapier „A post-2030 climate policy framework fit for reaching the EU climate targets" des Umweltbundesamtes zeigt, dass die europäische Klimaschutzarchitektur nach 2030 deutlich präziser, kohärenter und belastbarer ausgestaltet werden muss, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 tatsächlich zu erreichen.

Die 4. Deutsche Mehrwegkonferenz der Stiftung Initiative Mehrweg und der Deutschen Umwelthilfe fand am 11. Juni im Smart Village in Berlin statt. Im Mittelpunkte standen die EU-Verpackungsordnung sowie Innovationen und Logistik

Die Welt steht an einem Wendepunkt im Umgang mit wachsendem Abfall. Schlechte Abfallbewirtschaftung hat erhebliche Folgen, bietet aber zugleich Chancen: Investitionen in nachhaltige und effiziente Systeme können Wachstum, Arbeitsplätze und Innovation fördern. Besonders die Kreislaufwirtschaft, die auf Wiederverwendung und Werterhalt setzt, kann Abfall in einen Motor nachhaltiger Entwicklung verwandeln. Der Bericht „What a Waste 3.0" der World Bank Group liefert dazu aktuelle Daten und Analysen zu globalen Trends im Abfallmanagement.

Deutschland verfügt über einen umfassenden Rechtsrahmen für die Kreislaufwirtschaft. Aber die Recyclingpotenziale bleiben dennoch oft ungenutzt. Das Sondergutachten des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) „Umweltrecht zwischen Anspruch und Realität: Implementation als Kernaufgabe von Umweltpolitik" zeigt, dass nicht fehlende Vorschriften das zentrale Problem darstellen, sondern deren unzureichende Umsetzung.