Michael Brunn
Chefredakteur

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Erneuerbarer Kohlenstoff gilt als ein Schlüssel, um die Kunststoff- und Chemieindustrie von fossilen Rohstoffen zu befreien. Damit bildet er zugleich eine wichtige Grundlage für die Zukunft der Recyclingwirtschaft. Aktuelle EU-Regelwerke setzen Hürden für bio-basierte Rohstoffe, für die Nutzung von CO₂ und für neue Recyclingmethoden. Die Analyse „Policy barriers for renewable carbon uptake" der Renewable Carbon Initiative zeigt, wo regulatorische Regelungen Investitionen bremsen.

Mit der Novellierung der Industrieemissionsrichtlinie rücken Deponien erneut in den Fokus europäischer Umweltpolitik. Der aktuelle Stand der Technik zeigt: Moderne Anlagen leisten bereits heute einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Gleichzeitig bestehen weiterhin erhebliche Potenziale, insbesondere bei Altdeponien. Die Studie „Stand der Technik der Abfallablagerung auf Deponien in Deutschland und deren Beitrag zum Klimaschutz zur Vorbereitung der Arbeiten für ein BVT-Merkblatt Deponien" von IFAS und HiiCCE im Auftrag des Umweltbundesamts präsentiert eine umfassende Bestandsaufnahme und zeigt, welche technischen und regulatorischen Entwicklungen die Branche künftig prägen werden.

Der Einsatz von Faserverbundwerkstoffen wächst weltweit rasant. Doch mit der steigenden Produktion nehmen auch Energieverbrauch, Materialverluste und Abfallmengen deutlich zu. Die Studie "Mapping the global flow of fiber-reinforced polymer composites and supply chain energy requirements" amerikanischer Wissenschaftler*innen zeigt im Detail, wie viel Energie die Herstellung von Composites tatsächlich benötigt, wo entlang der Lieferkette große Mengen Produktionsabfälle entstehen und warum Recycling bislang nur eine Nebenrolle spielt. Die Studie wurde in „Resources, Conservation & Recycling" veröffentlicht.

Die Entwicklung des deutschen Getränkemarktes zeigt, dass die Mehrwegquote trotz gesetzlicher Zielvorgaben weiterhin deutlich unter den Erwartungen bleibt.

Lebensmittelverluste verursachen entlang der globalen Lieferketten enorme wirtschaftliche und ökologische Schäden. Die Studie „Making the invisible visible" von Avery Dennison kommt zu dem Ergebnis, dass allein im Einzelhandel und in der vorgelagerten Lieferkette jährlich wirtschaftliche Verluste in Höhe von rund 540 Milliarden US-Dollar entstehen. Neue digitale Technologien versprechen mehr Transparenz über Bestände, Haltbarkeit und Warenströme.

Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Umweltverschmutzung bilden eine zusammenhängende „dreifache planetare Krise".

Die Stahlindustrie gehört weltweit zu den größten industriellen Emittenten von Treibhausgasen. Neben neuen Produktionsverfahren und einer klimafreundlichen Energieversorgung bietet insbesondere die Kreislaufwirtschaft große Chancen zur Emissionsminderung. Die Studie „Circular Economy can substantially reduce EU steel supply chain emissions: A quality-focused circularity assessment" niederländischer und spanischer Wissenschaftler*innen zeigt, dass durch Materialeffizienz, längere Produktlebensdauern und hochwertiges Recycling der Stahlbedarf in Europa deutlich sinken und der Anteil von Sekundärstahl massiv steigen könnte. Entscheidend ist dabei nicht nur die Menge des verfügbaren Schrotts, sondern vor allem seine Qualität. Die Studie wurde in „Resources, Conservation & Recycling" veröffentlicht.

Mit einem umfangreichen Gesetzespaket will die Bundesregierung das Umweltrecht modernisieren und Verwaltungsverfahren beschleunigen.

Steigende Rohstoffpreise, geopolitische Unsicherheiten und wachsender ESG-Druck verändern die Spielregeln der Entsorgungswirtschaft. Deponien stehen dabei zunehmend im Fokus - nicht nur als Kostenfaktor und Haftungsrisiko, sondern als potenzielles Rohstofflager. In der Studie "Moving waste storage towards a circular economy: barriers and opportunities" haben britische Wissenschaftler*innen mit dem ASPIRE-Konzept einen Ansatz entwickelt, der industrielle und mineralische Abfälle gezielt zur späteren Wertschöpfung nutzt. Die Studie wurde im „Journal of Environmental Management" veröffentlicht.

Die europäische Glasrecyclingkette gilt als einer der am weitesten entwickelten Materialkreisläufe im Verpackungsbereich. Behälterglas lässt sich ohne nennenswerte Qualitätsverluste nahezu unbegrenzt im geschlossenen Kreislauf recyceln. Dafür müssen jedoch Glasfragmente in den Aufbereitungsanlagen zuverlässig als Glas erkannt und nicht fälschlich als Störstoffe ausgeschleust werden. Die „Study on the glass transmittance of opaque glass packaging", die Stazione Sperimentale del Vetro im Auftrag von FEVE durchgeführt hat, analysiert, ab welcher Lichttransmission dunkles, dickwandiges Glas in europäischen Glasbruchaufbereitungsanlagen von optischen Sortiersystemen nicht mehr sicher als Glas identifiziert wird.