Senken, Speicher, Stolpersteine
Die Transformation zur Klimaneutralität weitet anthropogene Kohlenstoffflüsse deutlich aus und differenziert sie.

Die Transformation zur Klimaneutralität weitet anthropogene Kohlenstoffflüsse deutlich aus und differenziert sie.

Die aktuellen Treibhausgas-Projektionen 2026 des Umweltbundesamts (UBA) zeigen: Deutschland nähert sich seinen Klimazielen, doch die Zielerreichung wird zunehmend unsicher.

Die deutsche Industrie soll bis 2045 klimaneutral werden. Das setzt einen Verzicht auf fossile Rohstoffe voraus. Bei der Energieversorgung sei dies möglich, allerdings seien einige Industriezweige auch in Zukunft auf kohlenstoffhaltige Rohstoffe angewiesen. Hier stehen als Alternativen Sekundärrohstoffe, Biomasse und CO2 zur Verfügung. Bisher wird davon vor allem Biomasse genutzt. In4climate.NRW hat untersucht, wie eine effiziente stoffliche Nutzung von Ressourcen in der produzierenden Industrie erfolgen kann.

Das Diskussionspapier „A post-2030 climate policy framework fit for reaching the EU climate targets" des Umweltbundesamtes zeigt, dass die europäische Klimaschutzarchitektur nach 2030 deutlich präziser, kohärenter und belastbarer ausgestaltet werden muss, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 tatsächlich zu erreichen.

Mehrere Forschungseinrichtungen entwickeln im Projekt SAFE-CO2 neue Membranadsorber zur energieeffizienten Abscheidung von Kohlendioxid aus Luft und Abgasströmen. Das Vorhaben soll die Voraussetzungen schaffen, CO2 künftig mit geringerem Energieaufwand zurückzugewinnen und für industrielle Anwendungen verfügbar zu machen.

CCU und CCS gelten vor allem in schwer dekarbonisierbaren Branchen als wesentliche Instrumente zum Erreichen der Klimaziele. Allerdings ist der Aufwand für die Installation entsprechender Systeme hoch, ebenso der Energieverbrauch. Der Thinktank Industrielle Ressourcenstrategien hat in der Studie „CCU-Technologien: Status quo und Zukunftsperspektiven" untersucht, ob dezentrale und weniger energieintensive CCU-Verfahren eingesetzt werden können. Dabei liegt der Fokus weniger auf dem unmittelbaren Klimabeitrag, sondern vielmehr auf der Entwicklung wettbewerbsfähiger Technologien.

Beim Witzenhausener Abfall- und Ressourcenforum nimmt traditionell auch die Wissenschaft über Abfallwirtschaft und Recycling viel Raum ein. Trotzdem war im April in Kassel spürbar, dass die Branche sich vor allem politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Herausforderun-gen ausgesetzt sieht.

Die Technologien sind da, die Fristen rücken näher - und die Lücken zwischen politischem Anspruch und praktischer Umsetzung sind unübersehbar. Bei den 27. Bayerischen Abfall- und Deponietagen in Augsburg diskutierten rund 450 Fachleute, was es braucht, um Recycling und Rohstoffrückgewinnung vom Ziel zur Realität zu machen.

Unter Leitung der University of Galway und mit Beteiligung von IEA Bioenergy analysierten Forschende die Nutzung von Rest- und Abfallhölzern in Kombination mit nachgelagerter Energiegewinnung und CO₂-Abscheidung. Die Ergebnisse wurden in Nature Communications Earth & Environment veröffentlicht.

Unternehmen aus aller Welt präsentieren hier ihre neuesten Lösungen, die einen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung von Ressourcen und zum Schutz unserer Umwelt leisten.