Der BDE lobt zwar die vorgesehene Ökomodulation, spricht aber insgesamt von einer verpassten Chance. So kritisiert der Verband etwa eine fehlende Übergangslösung beim Herstellerbegriff. Damit sei die Finanzierung der Verpackungsentsorgung für das zweite Halbjahr 2026 gefährdet. Kritisch sieht der BDE auch die Entscheidung, dass die sogenannten Brühhilfen wie Kaffee- und Teepads über die dualen Systeme abzurechnen, die dafür Pauschalen an die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger zahlen müssen.
Am französischen Modell orientieren
Auch der bvse lobt ausdrücklich die kurzfristig vom Umweltausschuss vorgeschlagene Ökomodulierung, weist aber auch auf die Kurzfristigkeit der geplanten Umsetzung zum 1.1.2027 hin. Der Verband rät, sich am französischen Modell zu orientieren. Dort werde der Rezyklateinsatz mit deutlichen Reduzierungen bei den Beteiligungsentgelten belohnt. Allerdings betont der Verband, dass man nicht darauf warten könne, bis die PPWR ihre volle Wirkung entfalte. Daher müssten weitere Maßnahmen ergriffen werden, um den Rezyklatanteil auch kurzfristig deutlich zu steigern. Hierbei könne die öffentliche Beschaffung eine wesentliche Rolle spielen.
Anreize richtig gestalten
Überwiegend Lob gibt es von der Allianz Verpackung und Umwelt (AVU). „Das Gesetz stellt die Weichen für dynamische Kunststoff-Rezyklatmärkte und bereitet die deutsche Verpackungswirtschaft auf den Übergang zu den EU-Regeln vor“, so Carl Dominik Klepper, Vorsitzender der AVU. Nun komme es vor allem auf die Ausgestaltung der Lizenzgebühren an. Die finanziellen Anreize müssten zielgenau und bürokratiearm sein. Die AVU lobt zudem, dass der Bundestag die Bundesregierung dazu auffordert, weitere Hemmnisse für den Einsatz von Rezyklaten abzubauen.
Chemisches Recycling gestärkt
Auch Plastics Europe Deutschland sieht die geplante Ökomodellierung positiv und betont ebenfalls die Notwendigkeit einer zügigen und praxistauglichen Ausgestaltung. Auch die Anerkennung des chemischen Recyclings zur Erfüllung der Recyclingquote wird vom Verband gelobt. Kritik gibt es dafür, dass keine verbindliche Steigerung der technologieoffenen Quote vorgesehen ist. Die vorgesehenen 5 Prozent würden bereits durch im Bau befindliche Anlagen erfüllt. Darüber hinaus gebe es keine klaren Investitionsanreize.




